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Ausgabe 16. August
2000
Party-Spaß nonstop: Seeparkfest
lockte...
... Tausende bei schönem Wetter nach Bad Bodenteich
Bad Bodenteich (bk). Die Bodenteicher sind selbstbewusste
Leute, denn wie sagte ein Kollege, Freund und Ureinwohner des
Flecken: Spätestens zum Seeparkfest wird wieder schönes
Wetter! Er sagte es in der Art der Leute, die sich ihrer Sache
sicher sind, obwohl der Regen strömte.
Wie Recht er hatte, bewies das vergangene Wochenende, das bei
strahlendem Sonnenschein die Besucher zum 27. Seeparkfest in
Scharen in die Kurstadt zog. Vom Seeparklauf am Freitagabend
und der ,,Friday-Night-Party", mit deren Folgen manche noch
am Sonnabend zu kämpfen hatten, jagte ein Höhepunkt
den anderen.
Einer war ohne Zweifel das Bungee-Springen. ,,Haben Sie Angst",
war die Frage an einen Kandidaten kurz vor dem Sturz am Latexgummiseil
aus 51 Metern Höhe. Er antwortete ganz cool: ,,Soll das
ein Witz sein? Ich bin nervös, Angst habe ich nicht!"
Mutig, mutig. Wem die Courage dafür fehlte, konnte wenigstens
für fünf Märker die Umgebung von oben aus dem
Absprungkorb bestaunen. Auch das war die Investition wert.
Auch der Weltrekordversuch mit dem Trial-Sport-Rad sah viele
Zuschauer. ,,Die Bedingungen sind nicht besonders gut",
bekennt Andreas Navrade, 23-jähriger Weltrekordinhaber aus
Salzgitter skeptisch. Der Rasenuntergrund sei viel zu weich für
Höchstleistungen, so dass er für das Fallen der magischen
1,80 Meter schwarz sehe. Der Sprung mit dem Rad auf das Dach
eines alten VW mit ,,Schulterhöhe" etwa 1,40 Meter
klappte aber hervorragend und hatte eine Menge Schauwert für
das zahlreich erschienene Publikum.
Mindestens genauso spektakulär für viele war ein Foto
mit einer Riesenschlange. Nicht jeder ließ sich dazu überreden!
Dabei dient das eingenommene Geld einem guten Zweck, denn der
Besitzer der ,,paradiesischen" Tiere, Jörg Reinecke
aus Ebstorf, unterstützt damit eine Aufzuchtstation junger
Flusspferde in Afrika.
Ob also Mini-Playback-Show, eine Runde mit dem Fun Big Ball oder
der Versuch, sich in einen Luftballon zu zwängen - Bad Bodenteich
bot für jedes Alter, jedes Temperament und jeden Geschmack
Unterhaltung. Und wenn Sie in diesem Jahr nicht den Mut hatten,
sich zur Wahl des Mister oder der Miss Bad Bodenteich zu stellen,
vielleicht finden Sie sich in einem Jahr dazu bereit. Voraus
gesetzt, das Alter und die Figur stimmen einigermaßen!
Dieses Wahlspektakel war nämlich am vergangenen Wochenende
ein weiterer Höhepunkt. Den meisten werden aber Frühschoppen,
Feuershow und viel Kleinkunst mehr zugesagt haben. Da kann man
persönlich im Hintergrund bleiben und sich trotzdem amüsieren!
Die Besucher beim Großen Seeparkfest haben die drei ereignisreichen
Tage jedenfalls mehr als genossen.
Kinder konnten im frischen
Heu träumen
Kinderschutzbund Uelzen bot Kindern Spiel und Spaß
Uelzen/ Jarlitz. Dank der vielen Spenden konnten die
Mitarbeiterinnen des Deutschen Kinderschutzbundes, Ortsverband
Uelzen, mit der Mädchengruppe in den Sommerferien zu einem
Zweitageausflug mit dem Fahrrad nach Jarlitz starten. Ziel war
das Heuhotel mit seiner großen Außenanlage und dem
Bauernhof. Die Inhaberin des Heuhotels empfing die Mädchengruppe
mit selbstgebackenem Butterkuchen, anschließend wurde das
Heulager hergerichtet.
Höhepunkt des Ausfluges war zunächst ein vom Nachbarhof
ausgerissenes Schwein, das zur Gaudi aller wieder eingefangen
werden musste. Am Abend wurde am Lagerfeuer Stockbrot gebacken
und Bratwurst gegrillt. Die Mitarbeiterinnen des Kinderschutzbundes
hatten Kartoffelsalat und frisches Gemüse zubereitet.
Nach dem Abendessen standen Krocketspielen, Steine bemalen und
die Umgebung erkunden auf dem Programm. Kein Wunder, dass um
Mitternacht alle todmüde in das Heulager fielen. Nach einem
reichhaltigen Frühstück am nächsten Morgen waren
alle traurig als es hieß, sich auf den Rückweg nach
Uelzen zu machen. Die Mädchengruppe war sich einig, dass
so ein Ausflug bald wiederholt werden sollte!
Ein Forstamt in der Heide
Diplomarbeit auf Video und CD ROM
"Unterlüß - ein
Forstamt in der Heide", so der Titel des Videos und der
CD ROM, die Thomas Schwerdt im Rahmen seiner Diplomarbeit erstellte.
Zwei Jahre nahm das Projekt in Anspruch, das für die Prüfer
der Fachhochschule Hildesheim-Holzminden sicher eine interessante
Abwechslung gewesen ist.
Unterlüß (jm). Die
Idee, seine Diplomarbeit in Form zeigenössischer Informations-
und Unterhaltungstechnologie abzuliefern, bekam der Diplom-Forstwirt
Thomas Schwerdt nachdem er mit einigen Jugendlichen gesprochen
hatte: Schnell wurde klar, dass CD ROM und Video die bevorzugten
Informationsquellen der Kids sind.
Und da es ein wichtiges Anliegen des in Suderburg beheimateten
Forstwirtes ist, Jugendliche an das Thema "Wald" heranzuführen,
war es nur selbstverständlich, die neuen Medien zu nutzen.
Der zwanzigminütige Videofilm und die CD ROM informieren
über die mehr als hundertjährige Geschichte des Forstamtes
Unterlüß und vermitteln kurzweilig und allgemeinverständlich
Fakten über moderne Forstwirtschaft, Verwaltungsabläufe
und die ökologische Funktion des Waldes.
Mittlerweile kommt der Videofilm als Unterrichtsmaterial im Jugendwaldheim
Siedenholz zum Einsatz und noch einen Erfolg konnte das Projekt
verbuchen!
Beim internationalen Festival für Natur- und Tierfilme
erhielt der Film von Thomas Schwerdt einen Sonderpreis.
Wer Interesse am Video oder der CD ROM hat, erhält nähere
Auskünfte unter Tel. 05827/ 5141.
Telefonkosten: Kein Geld verschenken
Wieren. Der Leiter der örtlichen Beratungsstelle
im Lohnsteuerberatungsverbund e. V. in Wieren, Herr Andreas Mahnke,
weist aus aktuellem Anlass darauf hin, dass die Finanzverwaltung
ab dem jahr 2001 erheblich strengere Regelungen bei der Anerkennung
von Telefonkosten als Werbungskosten anwenden wird. Betroffenen
Steuerpflichtigen wird empfohlen, sich bereits frühzeitig
mit den neuen Anforderungen zu befassen, um künftig kein
Geld zu verschenken.
Weitere Informationen und Hinweise erhalten Interessierte unter
www.steuerverbund.de.
Kleingärtner "Bullenkoppel"
hatten die schönsten Gärten
Hobbygärtnern feierten ihren Sieg im Gartenwettbewerb 200
mit einem Fest
Uelzen. Der Kleingärtnerverein (KGV) "Bullenkoppel"
e. V. in Veerßen feierte am vergangenen Wochenende. Besonderer
Höhepunkt war die Verleihung eines Ehrentellers mit Urkunde
an den KGV "Bullenkoppel", den ersten Sieger im Gartenwettbewerb
2000 des Bezirksverbandes der Kleingärtner, zweiter und
dritter Sieger wurden die Kleingärtnervereine "Am Steinkreuz"
und "Am Vorberg". Der 1. Vorsitzende des Bezirksverbandes,
Gfrd. Dieter Rehbein, überreichte die Auszeichnungen an
die Vorstände der Vereine. In seiner kurzen Ansprache stellte
Rehbein die Vorzüge der Kleingartenbewirtschaftung heraus.
Auch in unserer modernen Zeit mit allen denkbaren Einkaufs- und
Erholungsmöglichkeiten hat der Kleingarten sowohl mit seinem
Freizeit- und Erholungswert als auch als Beitrag zur Versorgung
der Familie mit frischem Obst und Gemüse seine Daseinsberechtigung.
Kleingärtner haben Sinn für Humor
Immerhin nutzen in der Region über 650 Kleingärtner
in sieben Vereinen diese Vorzüge. Daß die Kleingärtner
auch Sinn für Humor und Frohsinn haben, davon konnten sich
die Teilnehmer während der Feierlichkeiten in geselliger
Runde bei Kaffee, Kuchen und beim Grillen überzeugen. Der
General Anzeiger unterstützte diese Aktion mit einer namhaften
Spende. Interessenten an einen Gartens können sich an Dieter
Rehbein Tel.: 0581/5762 wenden.
Heiße afrikanische
Nacht in Uelzen
Künstler aus Simbabwe gastierten in St. Marien
Uelzen (bk). Die besten Plätze von St. Marien, die
im Mittelschiff, waren lange vor der Anfangszeit des Konzertes
besetzt. Ja, wer zu spät kommt...
Die ,,Afrikanische Nacht", gestaltet von Künstlern
der ,,Boterekwa Music und Company" aus Simbabwe, die auf
Einladung des Südafrikakreises im Kirchenkreis Uelzen auf
Abstecher von der Expo in der Uhlenköperstadt weilten, zogen
Massen von Zuschauern.
Vielleicht waren viele auch gekommen um demonstrativ zu beweisen,
dass die Minderheit, die Deutschland derzeit weltweit in die
Negativ-Schlagzeilen bringt, eine zwar verschwindende, dennoch
aber nicht tolerierbare, ist. Jeder Fünfte in diesem Lande,
das beweisen Umfragen, tendiert zur Fremdenfeindlichkeit. Und
da tut solch gut besuchtes, begeisterndes Konzert mit einem begeisterten
Publikum einfach gut, setzt ein positives Zeichen gegen Rechts
und gegen Ausländerhass.
Erfreulich viele junge Leute sah man im Publikum, das sich von
den traditionellen Instrumenten, den landestypischen Kostümen
und der großartigen Show gefangen nehmen ließen.
Die Gäste vom Schwarzen Kontinent boten mitreißende
Musik, temperamentvollen Tanz und vermittelten einen Eindruck
von den Bemühungen, die das Ensemble, das seit über
20 Jahren zusammen spielt, zur Bewahrung der Volkskunst unternimmt.
,,Wir repräsentieren Simbabwe, möchten Ihnen aber auch
Afrika ein Stückchen näher bringen", sagte der
Moderator, der mit Charme und Humor zu plaudern verstand.
Die Akteure kamen trotz der Kühle im Gotteshaus ins Schwitzen.
Und sicherlich wurde auch den Zuschauern, die die Künstler
natürlich nicht ohne Zugaben von der Bühne ließen,
warm angesichts von so viel Temperament und Lebensfreude. Vielleicht
ja auch im Herzen. Es ist bitter nötig in diesem Land.
Uelzener Griepe-Markt nicht
von Erfolg gekrönt
Traditioneller Markt lockte nun wenige Besucher in die Stadt
Uelzen (bk). Zwischen Matjes und Rostbratwurst, die anmaßender
Weise ,,Thüringer" genannt wird, war der Griepe-Markt
auf Uelzens Albrecht-Thaer-Gelände eine nicht so erfolgreiche
Angelegenheit. Trotz Krammarkt und zahlreicher Fahrgeschäfte
gähnte die Leere. Aber die Verantwortlichen wollen, wie
in der Eröffnung betont, Ursachenforschung betreiben und
Abhilfe schaffen. Schon eine bessere Koordinierung mit anderen
Höhepunkt-Veranstaltungen der Region, wie Seeparkfest in
Bad Bodenteich, Heideblütenfest in Amelinghausen, O-See-Fest
und Sommer-Sause, die ebenfalls alle an diesem Wochenende statt
fanden, brächte Abhilfe. Vielleicht ist auch das Konzept
zu überdenken.
Zumindest einige kleine Besucher vergnügten sie sich im
Karussell oder ritten auf ihrem auserkorenen Lieblingspony. Automatenspiele
und Verlosungsaktionen zogen die Zocker und Glücksspieler
auf den Sommermarkt, der wohl, dem Wetter entsprechend, in diesem
Jahr eher Herbstmarkt hätte genannt werden sollen. Aber
Zeit für einen Schnack und Kulinarisches für jeden
bot er dennoch.
Lyriker wagte einen Blick
hinter die Kulissen
Liebe, Gewalt, Isolation sind Themen in den Gedichten von Hoppe
Uelzen. Unter dem Motto "Gedanken sind die Schatten
unserer Empfindungen" (Nietsche) lud der Lyriker Thorsten
Leif Hoppe seine 40 Zuhörer in den Mühlenturm ein,
mit ihm die scheinbar heile Welt das sein zu lassen, was sie
ist: Die kitschige Ausgeburt der kleinbürgerlichen Furcht.
Er versuchte nicht bloß den Blick über den Tellerrand
zu wagen, sondern das Geschirr an der nächstbesten Wand
zu zertrümmern. Sozialkritische Themen, wie die gesellschaftliche
Ausgrenzung von hilflosen Außenseitern oder suizidale Tendenzen
der Jugend trug er pointiert und sprachgewand vor. Ungläubigkeit
und Wut über den status quo finden in Hoppes Gedichten symbiotisch
zueinander. Liebe, Gewalt, Isolation und Freundschaft waren weitere
Motive, mit denen er das recht gemischte Publikum stets aufs
Neue erreichte; so sah man an diesem Abend während seines
souveränen Vortrags sowohl nachdenkliche, zum Teil bestürzte
Gesichter wie auch zustimmende Kopfnicker und hörte hier
und da ein amüsiertes Lachen. Besonders hervorgehoben sei
die musikalische Unterstützung des Pianisten David Schollmeyer,
der neben Klassikern wie "Summertime" oder "Somewhere
over the rainbow" auch die Nationalhymne einen Jazz-Song
werden ließ.
Der langanhaltende, kräftige Schlussapplaus war sicherlich
verdient.
Wolfgang Macht versprach Thorsten L. Hoppe zur Vorstellung seiner
Gedichtreihe wieder in den Mühlenturm einzuladen und auch
David Schollmeyer sicherte dafür seine Unterstützung
zu.
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