Uelzen - Info

General - Anzeiger

 

Lokales

 
Zünftig gefeiert wurde auf dem Stadt- und Landestrachtenfest

Heidekönigin gewählt

30 Jahre Grundschule Altenmedingen

Historischer Markt in
Bad Bevensen

Erinnerungen von den Stadtwerken prämiert

Rentner müssen sich gedulden

Die Kirche auf humorvolle Weise repräsentiert

Motto: Rechts ran wäre nett!

Sommerfest in Stadensen

Besuch beim THW Uelzen

Wechsel in der Leitung
der Seniorenresidenz
Uelzen


Sommerlager des Pfadfinderstammes

Baumaßnahme in Kläranlage Suderburg

"Nun stehe ich hier als Leiter ..."

Dorf- und Lichterfest Nettelkamp

Kundenfreundlicheres
Arbeitsamt


Turnier beim SV Hanstedt I

Kreisfeuerwehrtag in Jarlitz

10. Jazzfrühschoppen
in Westerweyhe



 

 

 

 

 
 



 
 

 
 
 

 
 


 
 
 

Ausgabe 06. September 2000



Mit gutem Bier und manniglicher Speise in Uelzen zünftig gefeiert
Stadt- und Landestrachtenfest mit Gruppen aus vielen Teilen Europas gefeiert

Uelzen (bk). Die modernen Fotoapparate und Handys wollten als Requisiten nicht so recht passen zu den Trachtenträgern, die sonst großen Wert auf Authentizität legen, aber vielleicht weisen diese Anachronismen ja darauf hin, dass die Pflege der Tradition mit modernem, nicht konservativem Denken zu verknüpfen ist.
Dieser Meinung ist auch Wilfried Dubiel, der Vorsitzende des Landestrachtenverbandes Niedersachsen, der im Gespräch sagte: ,,Wir haben Gleichgesinnte gesucht und gefunden, um die regionale Identität zu repräsentieren und in der immer schneller werdenden Zeit einen Ruhepunkt zu finden." Das Stadt- und Landestrachtenfest in Uelzen war ein voller Erfolg.
Es waren ,,fröhliche Tage und gute Gespräche", wie es Bürgermeister Günter Leifert zur Eröffnung am Sonnabend auf dem Herzogenplatz allen gewünscht hatte.
Mit den ,,frommen und redlichen Gratulationes zum Geburtstage der wohlgebauten Stadt Uelzen" waren die Gilden und Schützen auf die Bühne gezogen und leiteten den bunten Reigen der Feierlichkeiten zum 750. Gründungstag der Stadt und die Schau der Landestrachtengruppen ein.
Auch wenn hin und wieder der Regenschirm aus der Tasche gezogen werden musste, die Uelzener und ihre Gäste verstanden es wieder, zünftig zu feiern ,,mit gutem Bier und manniglicher Speise" mit ,,gutem Mut und Gottvertraun zum guten Dienste aller Bürger".
Niedersachsen ist das Bundesland mit der größten Trachtenvielfalt, auch wenn Bayern, das auch Gäste in die Uhlenköperstand entsandt hatte, im Ausland diese Tatsache mit dem Bekanntheitsgrad von Dirndl und Weißwurscht zu übertreffen scheint.
So hatten alle Zuschauer ihre Freude an der Musik und den farbenfrohen Gewändern von Emden bis Salzgitter/Salder. Erfreulich zu sehen, dass auch viele junge Leute die Tradition pflegen und demonstrieren ,,wie det früher ward".
,,Wir haben hier in Niedersachsen was, das gibt es eben nur hier und nicht in der Dominikanischen Republik", sagte Wilfried Dubiel in seinen Grußworten. Der Landestrachtenverband leistet mit seiner Arbeit seinen Teil für eine Völkerverständigung., denn wer eigenes pflegt, hat auch Verständnis für Fremdes.
Die Anwesenheit von Gruppen aus Frankreich, England und Dänemark, die von den Uelznern mit sehr herzlichem Beifall begrüßt wurden, beweist das.
Bleibt der Wunsch, dass gerade diese Gäste ein positives Bild unseres Landes mit nach Hause nehmen und berichten, dass die Niedersachsen ein freundliches, tolerantes Völkchen sind.

 

Heidekönigin gewählt
Kathleen Windt aus Westerweyhe trägt Heideblütenkrone

Uelzen/Westerweyhe (bk). Sie hatte ganz und gar nicht mit der königlichen Würde gerechnet, obwohl die Freunde ihr versichert hatten, nur sie zu wählen!
Trotzdem hat sie es geschafft und sich unter acht Bewerberinnen die Krone aus den zarten lila Blüten geholt: Kathleen Windt ist die neue Heideblütekönigin von Westerweyhe.
Die 17-jährige Schülerin der BBS I Uelzen wird jetzt ein Jahr lang mit ihren Hofdamen Julia Rother und Petra Steinmetz die Heide repräsentieren, erste Termine füllen den Kalender ihrer Majestät schon. Das sympathische blonde Mädchen, das in seiner Freizeit gern Tennis spielt und in der Volkstanzgruppe Westerweyhe tanzt, wird wie ihre Vorgängerinnen an Persönlichkeit gewinnen und viele Bekanntschaften schließen. Und die 50. Königin zu sein, ist noch eine Ehre gratis dazu.

 

Altenmedingen: 30 Jahre Grundschule
Schulfest anläßlich des Jubiläums gefeiert

Altenmedingen (ehs). 30 Jahre Grundschule Altenmedingen - das war Anlass für ein fröhliches, abwechslungsreiches Schulfest.
Schulleiter Dietrich Lichtenberg erinnerte zu Beginn an die Entwicklung dieser Schule, dann führten die Klassen vor dem begeisterten Publikum, das dicht gedrängt aneinander saß, kleine Lieder, Stücke und Märchen auf. Weiter ging es draußen mit Musik vom Spielmannszug, "Spritztouren" mit der Feuerwehr, vielen Spielen. Lehrer, Eltern und Schüler hatten gemeinsam ein tolles Fest gestaltet und gefeiert.

 

Historischer Markt in antiker Garderobe
Seit 1995 wird er auf dem Kirchplatz Bad Bevensen gefeiert

Bad Bevensen (ehs). Historischer Markt am ersten Septemberwochenende auf dem Kirchplatz Bad Bevensen: seit 1995 wird er gefeiert und durch Ausstattung, Garderobe, Fahrzeuge und derlei weiteres soll an die Gründungsjahre des Wochenmarktes im Jahre 1855 erinnert werden.
So lief es auch jetzt. Wo sonst die Ladefahrzeuge und PS-starken Transporter parken steht ein Leiterwagen und ein alter Brotwagen. Die Martkbeschicker haben ihre Garderobe entsprechend "antik" gewählt, in alten Säcken, Körben, Mollen liegen Früchte der Gegend, Geflügel gackert und auch die Marktbesucher haben viel miteinander zu plaudern. Grußworte zu Beginn, viele musikalische Einlagen, ein Gewinnspiel und Kaffee und Kuchen beim Kinderschutzbund rundeten den Historischen Markt ab.

 

Erinnerungen prämiert
Stadtwerke vergaben Preise für alte Ansichten des Freibades

Uelzen. Anlässlich ihrer Feier "70 Jahre Freibad in Uelzen" hatte die Stadtwerke Uelzen GmbH einen Wettbewerb ausgeschrieben (GA berichtete) und die ältesten Freibaderinnerungen und Souvenirs gesucht. Margret Bode (Café Harder) belegte mit einem Foto von 1900, das ihren Großvater Carl Harder beim Kopfsprung vom Sprungbrett in der damaligen Herrenbadeanstalt zeigt, den ersten Platz. Ein weiteres Foto, das der bekannte Uelzener 1913 selbst von seiner Tochter Elisabeth (Argrets Mutter) machte, hatten Margret und Jürgen Bode ebenfalls noch zu Hause in ihrem Familienalbum gefunden. Stadtwerke-Chef Rudolf Schwede und Badleiter Günter Scherwat bedankten sich bei den langjährigen treuen Badegästen mit einem ganzen Schwung Badekarten für die Teilnahme.

 

Rentner müssen sich gedulden

Uelzen. Maximal bis Ende März 2002 müssen sich Rentner noch gedulden, bis die neue gesetzliche Regelung über die Zugangsvoraussetzungen in die Krankenversicherung der Rentner erfolgt. Darauf weist Jörg Meyerhoff von der Barmer in Uelzen im Zusammenhang mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Rentner-Krankenversicherung hin. "Solange bleibt es bei der Regelung, nach der man neun Zehntel der zweiten Hälfte seines Erwerbslebens gesetzlich pflichtversichert gewesen sein muss, um später in die preisgünstige Rentner-Krankenversicherung zu kommen." Klar sei damit auch, dass es keine Beitragsrückzahlungen geben werde.
Bis zu einer Neuregelung bleibt es bei der jetzigen Beitragsfestsetzung.
Nunmehr erscheint es Jörg Meyerhoff nicht ausgeschlossen, die Beitragsregelungen für pflicht- und freiwillig versicherte Mitglieder anzugleichen. "Die Karlsruher Richter vermuten, dass auch ein großer Teil der pflichtversicherten Rentner andere Einkommen als Rente und Versorgungsbezüge hat." Gemeint sind zum Beispiel Einkünfte aus Kapitalvermögen.
Dann wäre es nicht gerechtfertigt, nur die freiwillig Versicherten dafür Beiträge zahlen zu lassen. Bestätigt sieht Jörg Meyerhoff seine Vermutung durch Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer, die erst im April einen Vorstoß in diese Richtung unternommen hat.

 

Die Kirche einmal auch auf die humorvolle Weise repräsentiert
Zur Verabschiedung von Propst Hube - Von Barbara Kaiser

Uelzen. (bk). An diesem 25. August wurde Sir Sean Connery 70, Claudia Schiffer 30 und Erich Honecker wäre 88 geworden. Propst Hans-Wilhelm Hube wurde 65. Ich weiß nicht, ob er um seine Mitgeburtstagskinder weiß. Ein gewisser Charme, wie ihn der große Schotte besitzt, ist ihm sicherlich auch nicht abzusprechen. Ob er Wert auf die Schönheit der Art einer Schiffer legte, ist kaum zu glauben, denn er kam wohl immer ohne Lärvchen aus. Auf jeden Fall blieb ihm aber der Alterstarrsinn vieler Politiker im Amte erspart.

Im Gegenteil, ich kenne ihn als einen redegewandten, weisen, humorvollen Kirchenmann, der zwar immer wieder versuchte, mir ein Gesangbuch in die Hand zu drücken, obwohl er wusste, daß die Lieder meiner Erziehung andere waren. Aber einmal konnte ich ihm sogar mit der Textkenntnis von "Geh' aus mein Herz", das ich als Frühlingslied in der Schule gelernt hatte, eine Freude machen.
Jetzt genießt er seinen verdienten Ruhestand und es wird ihn gefreut haben, daß seine Gemeinde so zahlreich zu seiner Verabschiedung erschienen war. Die St. Marien Kirche in Uelzen. war übervoll, und es kann nicht nur die Neugier auf den Nachfolger Hubes gewesen sein, die die Menschen an einem sonnigen Sonntagnachmittag hierher getrieben hatte.
Es war ein feierlicher Akt, mit vielen Dankesworten von Landessuperintendent Hans-Hermann Jantzen an den scheidenden Propst, die dem nüchternen Abschiedsurkundentext Würde gaben. Gleichzeitig machte Jantzen die Gemeinde mit dem "Neuen" bekannt, der als engagierter Pastor zwölf Jahre im Kirchenkreis Münden gewirkt hatte. Die Rede von Wolf Dietrich von Nordheim machte dann Mut, daß die Kirche in Zukunft nicht schweigen, sondern sich im positiven Sinne einmischen werde. "Es ist keine Zeit, sich zurück zu ziehen und sich mit sich selbst zu beschäftigen", sagte er. "Wir müssen Rede und Antwort stehen, wie wir eine menschenwürdige, verantwortungsvolle Umwelt und Mitwelt gestalten wollen", hieß es weiter. In Zeiten sich beschleunigender wirtschaftlicher Entwicklung und Globalisierung dürfe das Wort Barmherzigkeit nicht zum Fremdwort verkommen, denn es muss denen Hilfe gegeben werden, die sich selbst zu helfen nicht in der Lage sind. Mit derart klaren Bekenntnissen ist ein aktives gesellschaftspolitisches Engagement des neuen Propstes auch außerhalb von Kirchenmauern zu erwarten, das er in der Vergangenheit übrigens schon praktiziert hat.
Hans-Wilhelm Hube diente biblische sieben Jahre in Uelzen.. Für die Zeit, die Propst Wolf Dietrich von Northeim hier arbeiten wird, warb er mit der Aufforderung "Lassen Sie es uns miteinander beginnen!" um das Vertrauen seiner Gemeinde.

 

Motto: Rechts ran wäre nett!

Uelzen. (bk). "Nette Brummis machen Platz" steht auf den Schildern entlang der B 4 zwischen Uelzen. und Lüneburg, und so manchem Autofahrer wird dazu nur ein "Hoffentlich!" einfallen. An fünf Standorten hat die Verkehrswacht für Stadt und Kreis Uelzen. insgesamt zehn dieser Aufforderungen hingestellt und erhofft sich einen Erfolg beim zügigerem Befahren der Bundesstraße. "Womit wir aber keinesfalls Rasen meinen", betont Konrad Lampe, der erste Vorsitzende.
Mit Hilfe einer hochkarätigen Besetzung wurde das erste Plakat zwischen Kirchweyhe und Abfahrt Emmendorf enthüllt. Wenn selbst Oberkreisdirektor, Landrat und Polizeidirektor zum Ortstermin erscheinen und Hand anlegen, ist über die Wertigkeit und Wichtigkeit dieses Ereignisses alles gesagt.
Natürlich wurde auch wieder der alte Traum von der Autobahnanbindung der Region erörtert, aber die ergriffene Maßnahme ist "ein Mindestmaß, das wir brauchen zur Erschließung der Region", so Konrad Lampe in seinen Worten.
,;Wir brauchen leistungsfähige Straßen", unterstützte ihn auch Rolf Hormann, Leiter des Lüneburger Straßenbauamtes, der sich auch über das "phantastisch gelungene Plakat" freut.
So galt der Dank an diesem Nachmittag an der B 4 allen, die die Idee hatten und deren Initiative und Geld das Aufstellen ermöglichte. Ach so: Und natürlich ist es erlaubt, den Breitstreifen zu überfahren, "wenn sich dahinter befestigte Fläche befindet." So hatte sich OKD Dr. Theodor Elster über die Rechtslage schlau gemacht. Hoffentlich wissen das die Langsamfahrer auch!

 

Der Sprung ins kühle Nass blieb leider aus
Interessengemeinschaft feierte Sommerfest in Stadensen

Stadensen (bk). Manchmal blinzelte die Sonne zwischen den Wolken hervor: Wahrscheinlich, weil sie sich mitfreuen wollte über das gelungene Sommerfest in Stadensen. Die ,,Interessengemeinschaft Sommerbad" hat eine Menge Fleiß und Engagement für den Erhalt des Festspektakels investiert. Viele Besucher sind zum Fest gekommen, auch wenn sie nicht den Sprung ins kühle Nass wagen wollten.
Kooperation mit der Gemeinde Suderburg
Die Kleinen vergnügten sich beim Würfelspiel, Ball werfen oder Turmbau. Die Erwachsenen gönnten sich ein Stück leckeren Kuchen, die von den Frauen der Interessengemeinschaft mit viel Liebe in eigener Regie gebacken wurden. ,,Wir werden weiter aktiv bleiben müssen", sagt Jochen Evers, einer der inzwischen 420 Mitglieder zählenden Gemeinschaft. Inzwischen hofft die Gemeinde Wrestedt auch auf eine Kooperation mit der Gemeinde Suderburg und darauf, daß der Zuschuß, den die Interessengemeinschaft zahlen wird, das Finanzloch für die Badbetreibung stopfen wird. Die Stadenser sind jedoch guten Mutes. Das stellten sie noch einmal mit der Ausgestaltung ihres diesjährigen Sommerfestes unter Beweis.

 

Besuch beim THW Uelzen

Uelzen. Um die Arbeit und Aufgaben des Technischen Hilfswerks besser kennen lernen zu können, trafen sich die Ausbilder und Ausbilderinnen des Deutschen Roten Kreuzes aus den Kreisverbänden Uelzen, Lüneburg, Celle Land, Hannover, Neustadt Rbg. beim THW Ortsverband Uelzen.
Nach einer theoretischen Einführung über die Ausbildung sowie Einsätze im In- und Ausland durch den Ausbildungsbeauftragten Werner Annutsch wurden im Anschluss die Gerätschaften mit den neuesten Rettungsmitteln praktisch vorgeführt.
Beim anschließenden gemütlichen Beisammensein wurden nicht nur Erfahrungen ausgetauscht, sondern auch Pläne über künftige Zusammenarbeiten geschmiedet. Einstimmig wurde der Tag mit Erfolg bewertet.

 

Es war für alle ein schwerer Abschied
Wechsel in der Leitung der Seniorenresidenz Uelzen

Uelzen (bk). "Es war ein langer, nicht immer einfacher, aber jetzt ist es ein guter Weg", sagte der Investor, Bauherr und Geschäftsführer der GmbH, Erwin Gnaß, vor den Bewohnern der Seniorenresidenz "An der Rosenmauer" Uelzen, gleichzeitig zum Dank an die scheidenden Hannelore und Hans-Christoph von Oheimb, die das Haus mit dem 31. August als geschäftsführendes Ehepaar verließen.
Neu in ihr Amt eingeführt wurden Margrit Gleißner als Leiterin der sozialen Dienste und Frank Fischer als Haus- und Verwaltungsleiter. Sie versicherten beide, dass sie das Konzept der von Oheimbs dieser "besonderen Möglichkeit des Lebens im Alter" fortsetzen werden, und die Sorge um den Menschen weiterhin im Mittelpunkt der Arbeit stehen wird.
Seit 1994 begleitete das in den Ruhestand gehende Ehepaar den Bau mit ihren Vorstellungen, und seit der Eröffnung des Hauses 1998 investierten sie ihre ganze Kraft für seine Bewohner, die sicherlich sehr dankbar an diese Mühen zurück denken werden. Sehr gerührt und um Fassung bemüht verabschiedeten sich Hannelore und Hans-Christoph von Oheimb mit warmen Worten, Blumen und einem Gläschen Sekt in der Gewissheit, ihr Werk in gute Hände weiter gegeben zu haben. Es sei nicht einfach gewesen, so sagten sie, für diese zwar befriedigende, aber nicht immer einfache Aufgabe die richtigen Nachfolger zu finden. Mit Margrit Gleißner und Frank Fischer stehen sie fest.
Beide bedankten sich für "die liebevolle Einführung in dieses Haus" und wünschten sich sehr, mit "den Bewohnern in jeder Situation ins Gespräch zu kommen." Unterstützung werden sie finden bei den 50 Mitarbeitern, die kompetent und zuverlässig zusammenarbeiten und der Seniorenresidenz damit zu Ansehen und einer guten Reputation weit über die Kreisgrenzen hinaus verholfen haben.

 

Das große Sommer-Abenteuer
Sommerlager des Pfadfinderstammes "St. Hubertus" e.V.

Uelzen/ Immenhausen. Natürlich ging es für die Pfadfinderinnen und Pfadfinder des Uelzener BdPStammes "St. Hubertus" auf Sommerfahrt. Da das Jahr 2000 nun mal einmalig ist, suchte sich jede der Gruppen ein ganz besonderes Ziel für das Sommerlager aus. Die Wölflinge, die jüngsten Mitglieder des Stammes, nahmen am "Wölflingsommer" des Pfadfinderbundes teil. auf dem Gelände des dortigen BdP Bundeszentrums trafen sich sich Wölflingsgruppen aus ganz Deutschland um miteinander zu spielen, zu basteln, zu singen und vor allem um Spaß zu haben. Trotz des relativ schlechten Wetters herrschte fröhliche Stimmung, und ein Abenteuer reihte sich an das andere.
Andere Gruppen der Uelzener "Pfadis" wanderten zwei Wochen durch den Schwarzwald. Ohne einen vorgefertigten Plan, nach Lust und Laune und immer "der Nase nach" erwanderten sie die schöne Gegend und lernten dabei Land und Leute kennen.
Die Gruppen der älteren Stammesmitglieder führte es diesmal ins nahe Ausland. Einige versuchten, warum Schweden als das perfekte Fahrtenland bekannt ist. Unendliche Weiten, wenige, aber dafür sehr freundliche Menschen, große Wälder und unzählige Badeseen gaben die Antwort auf die Frage. andere Pfadis erkundeten das Elsaß; Berge, Burgruinen und hervorragendes Wetter hinterließen die nachhaltigsten Eindrücke während der Wanderung. Die französische Lebensart trug auch dazu bei, dass diese Fahrt nicht so schnell vergessen wird.
Die Pfadfinderinnen beendeten die Ferien mit einer mehrtägigen Kanu-Tour im Kreis Uelzen und den umliegenden Landkreisen, einige von ihnen hatten zuvor den Wölflingsommer mitorganisiert.
Die Mitglieder des Stammes "Hubertus" sind sich einig, dass es alles in allem wieder ein gelungener Sommer war, der noch lange in Erinnerung bleiben wird.

 

Auch die Bakterien brauchen Sauerstoff
Baumaßnahmen in Kläranlage Suderburg

Suderburg (bk). Mit dem Bau und der Übergabe einer Belüftungsanlage in der Kläranlage Suderburg wurde ein erster Bauabschnitt für 280.000 Mark realisiert. Insgesamt soll für 1,2 Millionen Mark investiert werden.
Die Baumaßnahmen sind ein eindrucksvoller Beweis für die Symbiose von Theorie und Praxis, an der Kläranlage in Suderburg wird nämlich mit einem Forschungsvorhaben der Fachhochschule, geleitet von Professor Arthur Mennerich aus dem Bereich Siedlungswasserwirtschaft, zusammen gearbeitet.
"Es gab Probleme mit dem Sauerstoffeintrag" erläuterte Claus Steudele, Vertreter eines ausführenden Ingenieurbüros vor Ort. Vor allem im Sommer bekamen die nützlichen kleinen Helfer in den Abwässern, die Bakterien, keine Luft mehr. Abhilfe wurde geschaffen durch ein feinblasiges Druckluftsystem.

 

"Nun stehe ich hier als Leiter..."
Polizeioberrat Hans-Jürgen Felgentreu wurde nun auch offiziell ins Amt eingeführt

Uelzen (bk). Es gab viele gute Wünsche, die Ernennungsurkunde und zahlreich Prominenz auf dem Empfang in der Polizeiinspektion Uelzen, die ihren neuen Leiter, Polizeioberrat Hans-Jürgen Felgentreu, damit auch offiziell ins Amt einführte.
"Ich freue mich, dass Sie alle gekommen sind, Ihren neuen Polizeichef kennen zu lernen", sagte Regierungspräsidentin Ulrike Wolff-Gebhardt. Die meisten der Anwesenden, unter ihnen der Oberkreisdirektor, die Bürgermeister aus Stadt und Landkreis Uelzen, Abgeordnete des Bundes- und Landtages und viele Kollegen aus Nachbarkreisen dürften ihn allerdings bereits persönlich kennen, denn Felgentreu hatte seit seinem Amtsantritt am 1. August offensiv das Gespräch mit allen gesucht, mit denen in der Zukunft zusammen zu arbeiten ist. Er hatte dabei als angenehm gefunden, "dass die Vertreter des öffentlichen Lebens miteinander im Gespräch sind." Der Neue bedankte sich für die herzliche Aufnahme, was seinen Start in seinen hiesigen Arbeitsbereich wesentlich erleichtere. Er wolle das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung gestalten und gute Lösungen für gesellschaftliche Probleme mit polizeilichen Möglichkeiten und dem neuesten Know How anbieten, so der Polizeioberrat weiter.
In diesem Zusammenhang forderte die Regierungspräsidentin die aktive Unterstützung aller für diese Arbeit, in der Unfallprävention ebenso wie im Entgegentreten rechtsradikaler Tendenzen, die Deutschland derzeit wieder einmal unrühmlich in die Schlagzeilen bringen, und die eine "relativ ungebrochene (traurige) Tradition in der Region" haben.
Hans-Jürgen Felgentreu hatte die Ausschreibung unter sechs Bewerbern für sich entschieden. Zuletzt war er Leiter des Polizeikommissariats Lüneburg. Auch wenn er, und Oberkreisdirektor und Uelzens Bürgermeister machten eindeutige Einbürgerungsversuche pro Uelzen, seinen Wohnsitz im Nachbarlandkreis hat, werde er immer vor Ort präsent sein, wenn es erforderlich ist. Damit er möglichst lange auf seinem jetzigen Chefsessel ausharrt, gab es Blumen vom Personalratsvorsitzenden, Polizeidirektorschulterstücke zum heimlichen Üben vom alten Chef aus Lüneburg und eine Radwanderkarte des Landkreises Uelzen. Hans-Jürgen Felgentreu wird es bei so viel Sympathie und Vorschusslorbeeren wohl tun, denn "auf die Ergebnisse der gemeinsamen Arbeit bin ich sehr, sehr neugierig", bekannte er zum Schluss.

 

Den Handwerkern über die Schulter geschaut
1500 Lichter leuchteten beim Dorf- und Lichterfest in Nettelkamp

Nettelkamp. Das Dorf- und Lichterfest feierten die Nettelkamper mit vielen Besuchern aus den Nachbarorten. Neben Spielstationen verschiedenster Art war eine Hüpfburg der größte Anziehungspunkt für die Kinder. Rundfahrten mit dem Feuerwehrfahrzeug, der Schminkstand und die Pflastermalereien waren ebenfalls gefragt. Die Erwachsenen konnten sich derweil über die Aktivitäten einiger Hobby-Handwerker informieren oder die ausgestellten Arbeiten erwerben. Der Förderkreis für das Sommerbad Stadensen war mit einem Glücksrad vertreten. Natürlich fehlten die Flohmarkthändler nicht und auch für das leibliche Wohl der Gäste wurde gesorgt. Herzhafte Grillspezialitäten, Fischbrötchen, Pellkartoffeln mit Quark und das Gebäck "Orsledder", welches nach einem überlieferten Rezept gebacken wurde, sorgte für Gaumenfreuden. Großen Zuspruch fand das reichhaltige Tortenbuffet der Hausfrauen und der ofenwarme Butterkuchen aus dem fahrbaren Steinbackofen. Die Oldtimerfreunde sorgten mit ihren alten Maschinen für eine sehenswerte Technikschau.
Media-Band lockte mit schwungvoller Musik
Am Nachmittag spielte die Media-Band im großen Festzelt schwungvolle Blasmusik und der Gesangsverein "Frohsinn" brachte die Neuschöpfung eines Nettelkamper Heimatliedes zu Gehör. Der Text und die Musik stammt aus der Feder von Eduard Kinitz.
Das Glück konnten die Besucher bei der Tombola herausfordern. Den Gewinnern winkten viele lukrative Preise. .
Am Abend lockte die Media-Band mit aktuellen Hits Jung und Alt auf die Tanzdielen. Bei Einbruch der Dunkelheit wurden 1500 bunte Lichter im Straßenverlauf An der Kirche angezündet und boten ein stimmungsvolles Bild. Bis früh in den Morgen feierten die Nettelkamper mit ihren Gästen.
Nach dem ersten Hahnenschrei trafen sich die Organisatoren und Einwohner zu einem zünftigen Frühschoppen.

 

Kundenfreundlicheres Arbeitsamt
Projektarbeit von Azubis erleichtert Gang durchs Haus

Uelzen (bk). "Hier ist Ihr Wegweiser durch den Behördendschungel" begrüßt der Computer in der Eingangshalle des Uelzener Arbeitsamtes alle Besucher, und das sollte Mut machen.
Wohl jeder, der zum Arbeitsamt muss, fühlt sich als Bittsteller, obwohl er eine "Leistung in Anspruch nimmt, die ihm zusteht", wie Thomas Brenneisen, stellvertretender Ausbildungsleiter, betont. Trotzdem: viele Gänge, viele Zimmer, viele fremde Leute. Und wo geht`s nun lang, wenn man sich arbeitslos melden muss, den medizinischen Dienst in Anspruch nehmen will oder eine Arbeitsgenehmigung braucht?

Auszubildende des 2. Lehrjahres haben sich dieses Problems angenommen und in einer Projektwoche ein "Kundenorientiertes Wegeleitsystem" durch das Haus erdacht.
Vier Mal in den drei Ausbildungsjahren haben die jungen Leute die Möglichkeit, sich völlig selbständig mit einem Thema auseinander zu setzen, dafür Problemlösungen zu suchen und anzubieten.
Das Ergebnis der Gruppe von Melanie Reschke, Karin Winter, Jessica Mautz, Nele Jagla und Ike Horstkötter ist dieses praktische Leitsystem, das einfach, auch von Personen mit Scheu vor Computern, zu bedienen ist und sicher durch das Amt führt. Es unterstützt die Kundeninformation, ohne dass der menschliche Ansprechpartner wegfallen soll, denn nicht immer macht moderne Technik alle Menschen sicherer.
Das Arbeitsamt Uelzen ist, so wird im Pressegespräch klar, ein großer Ausbildungsbetrieb. Ab kommenden September werden 19 junge Leute hier die Berufe Fachangestellte/r für Arbeitsförderung, Fachinformatiker/in, Verwaltungsinspektorenanwärter/in oder Beratungsanwärter/in erlernen.
Die Projektwochen sind nicht die einzigen praxisorientierten Highlights der Ausbildung, macht Thomas Brenneisen klar. Wert wird in der gesamten Zeit auf "ganzheitliches Lernen" gelegt, das gutes Fachwissen mit sozialem Engagement, psychologischem Einfühlungsvermögen und aufgeschlossener Kundenfreundlichkeit verbindet.
Weg zum Arbeitsamt ist kein Bittgang
Fakten, die die Besucher des Arbeitsamts in Zukunft bestimmt zu schätzen wissen werden. Denn vielen wird der Weg dorthin weiter wie ein Bittgang vorkommen, kompetente Mitarbeiter könnten helfen, diese Hürde zu überspringen und das mit der Arbeitslosigkeit schwindende Selbstbewusstsein aufzubauen.

 

Der Brehloher SC gewann Pokal
Turnier beim SV Hanstedt I

Hanstedt I (jm/r). Der SV Hanstedt I startete am 26. August mit einem Fußballturnier für neun- bis zehnjährige Jungen und Mädchen in die neue Saison. Dieses Vorbereitungsturnier war notwendig, weil es für die Spielklasse keine Vorbereitungszeit für die neue Saison gibt, die eine Woche nach den Sommerferien begann. Ein Teil der Spieler ist sogar zum ersten Mal dabei.
Fünf Manschaften - Breloher SC, SG BHS, SV Arendsee und der SV Hanstedt I, vertreten mit zwei Teams - spielten um Pokale, die vom Uelzener General-Anzeiger gestiftet wurden. Aus den gutklassigen Spielen, alle Mannschaften spielten gegeneinander, ging der Breloher SC als Sieger hervor, die beiden Gastgebermannschaften belegten die Ränge vier und fünf.
Nach den Spielen feierten die Mannschaften gemeinsam mit einem Spanferkelessen, und gegen 22.30 Uhr stand noch ein kleines Turnier mit gemischten Mannschaften an.
Am nächsten Morgen gab es noch ein gemeinsames, Frühstück, gegen 9 Uhr verabschiedeten sich alle voneinander und versprachen, sich bei Gelegenheit wiederzusehen.

 

Kreisfeuerwehrtag und 75. Jubiläum der Wehr wurden in Jarlitz gebührend gefeiert
Wettkämpfe, eine Ausstellung alter Technik und geselliges Beisammensein

Jarlitz (ib). Der diesjährige Kreisfeuerwehrtag bot der Freiwilligen Feuerwehr Jarlitz gleich doppelten Anlass zum Feiern; nicht nur, dass der Kreisfeuerwehrtag in dem Dorf ausgerichtet wurde, gleichzeitig konnte die Wehr ihr 75. Jubiläum begehen.
Und das tat sie mit einem großen Fest, zu dem jeder herzlich eingeladen war. Neben allerlei Feuerwehrgerät von heute und früher, die ältesten Fahrzeuge stammten aus dem Jahr 1870, konnten die Besucher auch das neue Dorfgemeinschaftshaus sowie eine abwechslungsreiche Ausstellung besichtigen, auf der Modellautos aus Holz und Metall gezeigt wurden.
Für den musikalischen Rahmen sorgte "Hoschi's Band", und ein Kaffeegarten, ein Bratwurst- und ein Getränkestand standen für das leibliche Wohl bereit. Feuerwehrveranstaltungen haben eben immer auch Volksfestcharakter. Aber nicht nur: Ein Leistungswettbewerb, der alle zwei Jahre durchgeführt wird, stand auf dem Plan: Mehr als 30 Wehren aus dem gesamten Landkreis mussten ihr Können unter Beweis stellen. Dies waren unter anderem Brandbekämpfung und Bergung von Personen. Die Freiwillige Feuerwehr Jarlitz belegte in der Rangliste der kleinen Fahrzeuge einen guten vierten Platz.
Die Freiwillige Feuerwehr Weste erreichte Platz eins. Auf den ersten Platz bei den Großfahrzeugen kam die Wehr des Ortes Barum. Die Wehren, die beim Kreisfeuerwehrtag am besten abgeschnitten hatten, kommen eine Runde weiter, müssen sich auf Landesebene erneut den Herausforderungen stellen. Hier treten die Feuerwehren aus Weste, Theyendorf-Göddenstedt, Nienwohlde-Kallenbrok, Jarlitz, Natern und Höver an.
Und vielleicht schafft es ja eine der Wehren aus dem Landkreis Uelzen sich für die Wettkämpfe auf Bundesebene zu qualifizieren.

 

Jazz und Rock-Melodien unter alten Bäumen
10. Frühschoppen in Westerweyhe wieder großer Erfolg

Uelzen/Westerweyhe (bk). Die Erleichterung waren der Heidekönigin, ihrem Hofstaat und den Heideböcken deutlich anzusehen, als sie zum 10. Westerweyher Jazzfrühschoppen die Gäste begrüßen konnten.
Noch in den frühen Morgenstunden hatte Petrus seine Schleusen geöffnet, aber gegen 11 Uhr strahlte die Sonne von einem unschuldigen Sommerhimmel. So war das nun schon traditionelle sonntägliche Treffen absolut ungefährdet, die Stimmung auch am neuen Ort, diesmal auf dem Krügerhof im Alten Dorf, von Beginn an phantastisch.
Zwei Bands sorgten diesmal für Rhythmus auch im Blut der Zuschauer: Die "Jazz-Connection" aus Celle, gute alte Bekannte jedes Frühschoppen-Besuchers und die Mannen der "Soul Doctors", die Rock und Pop boten, der auch 20 und mehr Jahre bereits überlebt haben.
Ein bunter Wechsel auf zwei Bühnen zur Freude des zahlreich erschienenen Publikums.
Wer sich die Beine ein wenig vertreten mochte, konnte eine Runde durch die Präsentation verschiedener Autohäuser der Region drehen, sich für eine Bratwurst anstellen oder die Luft aus seinem Bierglas lassen. Ein gelungener Sonntag wie gesagt, von B wie (Heide) Bock bis W wie Wetter.
Gelungene Doppelschau zweier Kreativer
Wil Frenken und Georg Lipinsky zeigen Werke im Historischen Zentrum Oldenstadt noch bis 17. September

Uelzen/Oldenstadt (bk). Sich selbst zu feiern und anderen damit eine Freude, nicht nur mit Kulinarischem, machen, das ist wohl die gelungenste Art eines Festes. So hatten es sich die beiden Künstlerkollegen Wil Frenken und Georg Lipinsky vorgenommen und im Umfeld ihres 65. beziehungsweise 60. Geburtstages zur Vernissage ins Historische Zentrum nach Oldenstadt eingeladen.
Die gelungene Doppelausstellung der beiden so unterschiedlich schaffenden Künstler, die als Gemeinsamkeit aber die "überdurchschnittliche Kommunikationsfreudigkeit" eint, wie Kulturmanagerin Ute Lange-Brachmann in ihrer herzlichen, sachlich-fröhlichen Rede betonte, braucht den aufmerksamen Betrachter und keinen Besucher, der die Hast dieser Zeit nicht abzulegen in der Lage ist.
Im Langhaus präsentiert Wil Frenken dem Kunstfreund ein neues Tierkaleidoskop, das er im Gespräch spontan "Oldenstädter Tierpark I" nennt. Es ist die Fortsetzung der Holdenstedter Vögel und schließt sich ans Ebekestorfer Bestiarium an. Sechs große Folien (1,20 mal 3,50 Meter) dominieren, vor die Fenster gehängt, den Raum. Auf ihnen, bekannt und doch immer wieder neu, die Tierwelt, der Phantasie des Malerpinsels entsprungen, in wunderbarer Farbenpracht.
"Die Welt der Tiere ist die Welt des Lebens", klingt aus dem Munde von Wil Frenken gar nicht so markig-abgehoben, wie es zu lesen ist. Schließt es doch die Furcht davor ein, dass wir mit jeder ausgerotteten Art an unserem eigenen Lebensast sägen.
In Oldenstadt jedoch sind alle Arten noch sehr lebendig, wenn auch in Acrylfarbe: Die Mücken und Kakerlaken, das Mäuschen und die Katz, Elch und Stier, Schwalben und Schmetterlinge. Nur der Hund ist eigentlich ein Fuchs - aber der Künstler hat Besserung gelobt, was dieses Tiermodell betrifft!
"Gemalte Kalligraphie" nennt Anna Susanne Schulz die Werke Frenkens. Und tatsächlich scheint jedes Tier ein besonders kunstvoller Buchstabe zu sein, einleitend den Text im Buch des Lebens.
Auch ein Stück Leben, und nur auf den ersten Blick ausschließlich privates, sind die Collagen von Georg Lipinsky, die in der BBK-Galerie zu sehen sind. Das Kernstück der Ausstellung: 61 Blätter, für jedes Jahr seit der Geburt im Jahre 1940 eins. Der Künstler hat dafür Zeitungen, Familienalben und Erinnerungsstücke geplündert und dem Betrachter ein Stückchen Geschichte, mit persönlichem, gesellschaftspolitischem und heimatgeschichtlichem Bezug geschenkt. Man kann darin lange spazieren gehen, suchen und finden - auch sich selber. So steht im Blatt von 1945 der kleine, fünfjährige Georg vor den Trümmern der Städte nach dem Ende des Krieges, erinnert die Arbeit aus dem Jahr 1963 an die Ermordung von John F. Kennedy und die von 1984 an die Aktivitäten des Abgeordneten Lipinsky gegen die atomare Aufrüstung in West und Ost. Auch dass aus der Turnhalle die "KulturNhalle" wurde, ist ein Jahresblatt wert.
Je nach dem wie persönlich der Besucher in das Zeitgeschehen involviert war, desto näher werden ihm die zusammengefügten Zeitschnitzel des Künstlers gehen. So wird wohl fast jedem DDR-Bürger der lapidare "Erledigt"-Stempel des Bürokraten aus dem Jahr 1990 auf der Staatsflagge des untergegangenen Landes zumindest einen Stich ins Herz bedeuten. (Was überhaupt nichts mit (N)Ostalgie zu tun hat, aber so einfach (ab)gestempelt ist das Leben eben nicht.)
Die Jahresblätter sind sehr persönliche Werke des 60-Jährigen, ebenso wie die ausgestellten "Tagebuchblätter", die für den Künstler kleine Übungsstücke sind, "dass man ständig im Schnippeln bleibt, im Finden." An Ideen und deren kreativer Umsetzung mangelt es Georg Lipinsky nicht. Und sympathisch ist, dass er mit seiner (Familien) Geschichte nicht wehmütig Rückblick hält, sondern auch über sich und seine Mitbürger selbst schmunzeln kann.
Noch an den Wochenenden des 9./10. und 16./17. September, jeweils von 15 bis 18 Uhr sind die Werke beider Künstler, die damit zusammen 125 Jahre feiern, zu sehen.

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