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Ausgabe 06. September
2000
Mit gutem Bier und manniglicher
Speise in Uelzen zünftig gefeiert
Stadt- und Landestrachtenfest mit Gruppen aus vielen Teilen Europas
gefeiert
Uelzen (bk). Die modernen Fotoapparate und Handys wollten
als Requisiten nicht so recht passen zu den Trachtenträgern,
die sonst großen Wert auf Authentizität legen, aber
vielleicht weisen diese Anachronismen ja darauf hin, dass die
Pflege der Tradition mit modernem, nicht konservativem Denken
zu verknüpfen ist.
Dieser Meinung ist auch Wilfried Dubiel, der Vorsitzende des
Landestrachtenverbandes Niedersachsen, der im Gespräch sagte:
,,Wir haben Gleichgesinnte gesucht und gefunden, um die regionale
Identität zu repräsentieren und in der immer schneller
werdenden Zeit einen Ruhepunkt zu finden." Das Stadt- und
Landestrachtenfest in Uelzen war ein voller Erfolg.
Es waren ,,fröhliche Tage und gute Gespräche",
wie es Bürgermeister Günter Leifert zur Eröffnung
am Sonnabend auf dem Herzogenplatz allen gewünscht hatte.
Mit den ,,frommen und redlichen Gratulationes zum Geburtstage
der wohlgebauten Stadt Uelzen" waren die Gilden und Schützen
auf die Bühne gezogen und leiteten den bunten Reigen der
Feierlichkeiten zum 750. Gründungstag der Stadt und die
Schau der Landestrachtengruppen ein.
Auch wenn hin und wieder der Regenschirm aus der Tasche gezogen
werden musste, die Uelzener und ihre Gäste verstanden es
wieder, zünftig zu feiern ,,mit gutem Bier und manniglicher
Speise" mit ,,gutem Mut und Gottvertraun zum guten Dienste
aller Bürger".
Niedersachsen ist das Bundesland mit der größten Trachtenvielfalt,
auch wenn Bayern, das auch Gäste in die Uhlenköperstand
entsandt hatte, im Ausland diese Tatsache mit dem Bekanntheitsgrad
von Dirndl und Weißwurscht zu übertreffen scheint.
So hatten alle Zuschauer ihre Freude an der Musik und den farbenfrohen
Gewändern von Emden bis Salzgitter/Salder. Erfreulich zu
sehen, dass auch viele junge Leute die Tradition pflegen und
demonstrieren ,,wie det früher ward".
,,Wir haben hier in Niedersachsen was, das gibt es eben nur hier
und nicht in der Dominikanischen Republik", sagte Wilfried
Dubiel in seinen Grußworten. Der Landestrachtenverband
leistet mit seiner Arbeit seinen Teil für eine Völkerverständigung.,
denn wer eigenes pflegt, hat auch Verständnis für Fremdes.
Die Anwesenheit von Gruppen aus Frankreich, England und Dänemark,
die von den Uelznern mit sehr herzlichem Beifall begrüßt
wurden, beweist das.
Bleibt der Wunsch, dass gerade diese Gäste ein positives
Bild unseres Landes mit nach Hause nehmen und berichten, dass
die Niedersachsen ein freundliches, tolerantes Völkchen
sind.
Heidekönigin gewählt
Kathleen Windt aus Westerweyhe trägt Heideblütenkrone
Uelzen/Westerweyhe (bk). Sie hatte ganz und gar nicht mit
der königlichen Würde gerechnet, obwohl die Freunde
ihr versichert hatten, nur sie zu wählen!
Trotzdem hat sie es geschafft und sich unter acht Bewerberinnen
die Krone aus den zarten lila Blüten geholt: Kathleen Windt
ist die neue Heideblütekönigin von Westerweyhe.
Die 17-jährige Schülerin der BBS I Uelzen wird jetzt
ein Jahr lang mit ihren Hofdamen Julia Rother und Petra Steinmetz
die Heide repräsentieren, erste Termine füllen den
Kalender ihrer Majestät schon. Das sympathische blonde Mädchen,
das in seiner Freizeit gern Tennis spielt und in der Volkstanzgruppe
Westerweyhe tanzt, wird wie ihre Vorgängerinnen an Persönlichkeit
gewinnen und viele Bekanntschaften schließen. Und die 50.
Königin zu sein, ist noch eine Ehre gratis dazu.
Altenmedingen: 30 Jahre Grundschule
Schulfest anläßlich des Jubiläums gefeiert
Altenmedingen (ehs). 30 Jahre Grundschule Altenmedingen
- das war Anlass für ein fröhliches, abwechslungsreiches
Schulfest.
Schulleiter Dietrich Lichtenberg erinnerte zu Beginn an die Entwicklung
dieser Schule, dann führten die Klassen vor dem begeisterten
Publikum, das dicht gedrängt aneinander saß, kleine
Lieder, Stücke und Märchen auf. Weiter ging es draußen
mit Musik vom Spielmannszug, "Spritztouren" mit der
Feuerwehr, vielen Spielen. Lehrer, Eltern und Schüler hatten
gemeinsam ein tolles Fest gestaltet und gefeiert.
Historischer Markt in antiker
Garderobe
Seit 1995 wird er auf dem Kirchplatz Bad Bevensen gefeiert
Bad Bevensen (ehs). Historischer Markt am ersten Septemberwochenende
auf dem Kirchplatz Bad Bevensen: seit 1995 wird er gefeiert und
durch Ausstattung, Garderobe, Fahrzeuge und derlei weiteres soll
an die Gründungsjahre des Wochenmarktes im Jahre 1855 erinnert
werden.
So lief es auch jetzt. Wo sonst die Ladefahrzeuge und PS-starken
Transporter parken steht ein Leiterwagen und ein alter Brotwagen.
Die Martkbeschicker haben ihre Garderobe entsprechend "antik"
gewählt, in alten Säcken, Körben, Mollen liegen
Früchte der Gegend, Geflügel gackert und auch die Marktbesucher
haben viel miteinander zu plaudern. Grußworte zu Beginn,
viele musikalische Einlagen, ein Gewinnspiel und Kaffee und Kuchen
beim Kinderschutzbund rundeten den Historischen Markt ab.
Erinnerungen prämiert
Stadtwerke vergaben Preise für alte Ansichten des Freibades
Uelzen. Anlässlich ihrer Feier "70 Jahre Freibad
in Uelzen" hatte die Stadtwerke Uelzen GmbH einen Wettbewerb
ausgeschrieben (GA berichtete) und die ältesten Freibaderinnerungen
und Souvenirs gesucht. Margret Bode (Café Harder) belegte
mit einem Foto von 1900, das ihren Großvater Carl Harder
beim Kopfsprung vom Sprungbrett in der damaligen Herrenbadeanstalt
zeigt, den ersten Platz. Ein weiteres Foto, das der bekannte
Uelzener 1913 selbst von seiner Tochter Elisabeth (Argrets Mutter)
machte, hatten Margret und Jürgen Bode ebenfalls noch zu
Hause in ihrem Familienalbum gefunden. Stadtwerke-Chef Rudolf
Schwede und Badleiter Günter Scherwat bedankten sich bei
den langjährigen treuen Badegästen mit einem ganzen
Schwung Badekarten für die Teilnahme.
Rentner müssen sich gedulden
Uelzen. Maximal bis Ende März 2002 müssen sich
Rentner noch gedulden, bis die neue gesetzliche Regelung über
die Zugangsvoraussetzungen in die Krankenversicherung der Rentner
erfolgt. Darauf weist Jörg Meyerhoff von der Barmer in Uelzen
im Zusammenhang mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts
zur Rentner-Krankenversicherung hin. "Solange bleibt es
bei der Regelung, nach der man neun Zehntel der zweiten Hälfte
seines Erwerbslebens gesetzlich pflichtversichert gewesen sein
muss, um später in die preisgünstige Rentner-Krankenversicherung
zu kommen." Klar sei damit auch, dass es keine Beitragsrückzahlungen
geben werde.
Bis zu einer Neuregelung bleibt es bei der jetzigen Beitragsfestsetzung.
Nunmehr erscheint es Jörg Meyerhoff nicht ausgeschlossen,
die Beitragsregelungen für pflicht- und freiwillig versicherte
Mitglieder anzugleichen. "Die Karlsruher Richter vermuten,
dass auch ein großer Teil der pflichtversicherten Rentner
andere Einkommen als Rente und Versorgungsbezüge hat."
Gemeint sind zum Beispiel Einkünfte aus Kapitalvermögen.
Dann wäre es nicht gerechtfertigt, nur die freiwillig Versicherten
dafür Beiträge zahlen zu lassen. Bestätigt sieht
Jörg Meyerhoff seine Vermutung durch Bundesgesundheitsministerin
Andrea Fischer, die erst im April einen Vorstoß in diese
Richtung unternommen hat.
Die Kirche einmal auch auf
die humorvolle Weise repräsentiert
Zur Verabschiedung von Propst Hube - Von Barbara Kaiser
Uelzen. (bk). An diesem 25. August wurde Sir Sean Connery
70, Claudia Schiffer 30 und Erich Honecker wäre 88 geworden.
Propst Hans-Wilhelm Hube wurde 65. Ich weiß nicht, ob er
um seine Mitgeburtstagskinder weiß. Ein gewisser Charme,
wie ihn der große Schotte besitzt, ist ihm sicherlich auch
nicht abzusprechen. Ob er Wert auf die Schönheit der Art
einer Schiffer legte, ist kaum zu glauben, denn er kam wohl immer
ohne Lärvchen aus. Auf jeden Fall blieb ihm aber der Alterstarrsinn
vieler Politiker im Amte erspart.
Im Gegenteil, ich kenne ihn als
einen redegewandten, weisen, humorvollen Kirchenmann, der zwar
immer wieder versuchte, mir ein Gesangbuch in die Hand zu drücken,
obwohl er wusste, daß die Lieder meiner Erziehung andere
waren. Aber einmal konnte ich ihm sogar mit der Textkenntnis
von "Geh' aus mein Herz", das ich als Frühlingslied
in der Schule gelernt hatte, eine Freude machen.
Jetzt genießt er seinen verdienten Ruhestand und es wird
ihn gefreut haben, daß seine Gemeinde so zahlreich zu seiner
Verabschiedung erschienen war. Die St. Marien Kirche in Uelzen.
war übervoll, und es kann nicht nur die Neugier auf den
Nachfolger Hubes gewesen sein, die die Menschen an einem sonnigen
Sonntagnachmittag hierher getrieben hatte.
Es war ein feierlicher Akt, mit vielen Dankesworten von Landessuperintendent
Hans-Hermann Jantzen an den scheidenden Propst, die dem nüchternen
Abschiedsurkundentext Würde gaben. Gleichzeitig machte Jantzen
die Gemeinde mit dem "Neuen" bekannt, der als engagierter
Pastor zwölf Jahre im Kirchenkreis Münden gewirkt hatte.
Die Rede von Wolf Dietrich von Nordheim machte dann Mut, daß
die Kirche in Zukunft nicht schweigen, sondern sich im positiven
Sinne einmischen werde. "Es ist keine Zeit, sich zurück
zu ziehen und sich mit sich selbst zu beschäftigen",
sagte er. "Wir müssen Rede und Antwort stehen, wie
wir eine menschenwürdige, verantwortungsvolle Umwelt und
Mitwelt gestalten wollen", hieß es weiter. In Zeiten
sich beschleunigender wirtschaftlicher Entwicklung und Globalisierung
dürfe das Wort Barmherzigkeit nicht zum Fremdwort verkommen,
denn es muss denen Hilfe gegeben werden, die sich selbst zu helfen
nicht in der Lage sind. Mit derart klaren Bekenntnissen ist ein
aktives gesellschaftspolitisches Engagement des neuen Propstes
auch außerhalb von Kirchenmauern zu erwarten, das er in
der Vergangenheit übrigens schon praktiziert hat.
Hans-Wilhelm Hube diente biblische sieben Jahre in Uelzen.. Für
die Zeit, die Propst Wolf Dietrich von Northeim hier arbeiten
wird, warb er mit der Aufforderung "Lassen Sie es uns miteinander
beginnen!" um das Vertrauen seiner Gemeinde.
Motto: Rechts ran wäre
nett!
Uelzen. (bk). "Nette Brummis machen Platz"
steht auf den Schildern entlang der B 4 zwischen Uelzen. und
Lüneburg, und so manchem Autofahrer wird dazu nur ein "Hoffentlich!"
einfallen. An fünf Standorten hat die Verkehrswacht für
Stadt und Kreis Uelzen. insgesamt zehn dieser Aufforderungen
hingestellt und erhofft sich einen Erfolg beim zügigerem
Befahren der Bundesstraße. "Womit wir aber keinesfalls
Rasen meinen", betont Konrad Lampe, der erste Vorsitzende.
Mit Hilfe einer hochkarätigen Besetzung wurde das erste
Plakat zwischen Kirchweyhe und Abfahrt Emmendorf enthüllt.
Wenn selbst Oberkreisdirektor, Landrat und Polizeidirektor zum
Ortstermin erscheinen und Hand anlegen, ist über die Wertigkeit
und Wichtigkeit dieses Ereignisses alles gesagt.
Natürlich wurde auch wieder der alte Traum von der Autobahnanbindung
der Region erörtert, aber die ergriffene Maßnahme
ist "ein Mindestmaß, das wir brauchen zur Erschließung
der Region", so Konrad Lampe in seinen Worten.
,;Wir brauchen leistungsfähige Straßen", unterstützte
ihn auch Rolf Hormann, Leiter des Lüneburger Straßenbauamtes,
der sich auch über das "phantastisch gelungene Plakat"
freut.
So galt der Dank an diesem Nachmittag an der B 4 allen, die die
Idee hatten und deren Initiative und Geld das Aufstellen ermöglichte.
Ach so: Und natürlich ist es erlaubt, den Breitstreifen
zu überfahren, "wenn sich dahinter befestigte Fläche
befindet." So hatte sich OKD Dr. Theodor Elster über
die Rechtslage schlau gemacht. Hoffentlich wissen das die Langsamfahrer
auch!
Der Sprung ins kühle
Nass blieb leider aus
Interessengemeinschaft feierte Sommerfest in Stadensen
Stadensen (bk). Manchmal blinzelte die Sonne zwischen
den Wolken hervor: Wahrscheinlich, weil sie sich mitfreuen wollte
über das gelungene Sommerfest in Stadensen. Die ,,Interessengemeinschaft
Sommerbad" hat eine Menge Fleiß und Engagement für
den Erhalt des Festspektakels investiert. Viele Besucher sind
zum Fest gekommen, auch wenn sie nicht den Sprung ins kühle
Nass wagen wollten.
Kooperation mit der Gemeinde Suderburg
Die Kleinen vergnügten sich beim Würfelspiel, Ball
werfen oder Turmbau. Die Erwachsenen gönnten sich ein Stück
leckeren Kuchen, die von den Frauen der Interessengemeinschaft
mit viel Liebe in eigener Regie gebacken wurden. ,,Wir werden
weiter aktiv bleiben müssen", sagt Jochen Evers, einer
der inzwischen 420 Mitglieder zählenden Gemeinschaft. Inzwischen
hofft die Gemeinde Wrestedt auch auf eine Kooperation mit der
Gemeinde Suderburg und darauf, daß der Zuschuß, den
die Interessengemeinschaft zahlen wird, das Finanzloch für
die Badbetreibung stopfen wird. Die Stadenser sind jedoch guten
Mutes. Das stellten sie noch einmal mit der Ausgestaltung ihres
diesjährigen Sommerfestes unter Beweis.
Besuch beim THW Uelzen
Uelzen. Um die Arbeit und Aufgaben des Technischen Hilfswerks
besser kennen lernen zu können, trafen sich die Ausbilder
und Ausbilderinnen des Deutschen Roten Kreuzes aus den Kreisverbänden
Uelzen, Lüneburg, Celle Land, Hannover, Neustadt Rbg. beim
THW Ortsverband Uelzen.
Nach einer theoretischen Einführung über die Ausbildung
sowie Einsätze im In- und Ausland durch den Ausbildungsbeauftragten
Werner Annutsch wurden im Anschluss die Gerätschaften mit
den neuesten Rettungsmitteln praktisch vorgeführt.
Beim anschließenden gemütlichen Beisammensein wurden
nicht nur Erfahrungen ausgetauscht, sondern auch Pläne über
künftige Zusammenarbeiten geschmiedet. Einstimmig wurde
der Tag mit Erfolg bewertet.
Es war für alle ein schwerer
Abschied
Wechsel in der Leitung der Seniorenresidenz Uelzen
Uelzen (bk). "Es war ein langer, nicht immer einfacher,
aber jetzt ist es ein guter Weg", sagte der Investor, Bauherr
und Geschäftsführer der GmbH, Erwin Gnaß, vor
den Bewohnern der Seniorenresidenz "An der Rosenmauer"
Uelzen, gleichzeitig zum Dank an die scheidenden Hannelore und
Hans-Christoph von Oheimb, die das Haus mit dem 31. August als
geschäftsführendes Ehepaar verließen.
Neu in ihr Amt eingeführt wurden Margrit Gleißner
als Leiterin der sozialen Dienste und Frank Fischer als Haus-
und Verwaltungsleiter. Sie versicherten beide, dass sie das Konzept
der von Oheimbs dieser "besonderen Möglichkeit des
Lebens im Alter" fortsetzen werden, und die Sorge um den
Menschen weiterhin im Mittelpunkt der Arbeit stehen wird.
Seit 1994 begleitete das in den Ruhestand gehende Ehepaar den
Bau mit ihren Vorstellungen, und seit der Eröffnung des
Hauses 1998 investierten sie ihre ganze Kraft für seine
Bewohner, die sicherlich sehr dankbar an diese Mühen zurück
denken werden. Sehr gerührt und um Fassung bemüht verabschiedeten
sich Hannelore und Hans-Christoph von Oheimb mit warmen Worten,
Blumen und einem Gläschen Sekt in der Gewissheit, ihr Werk
in gute Hände weiter gegeben zu haben. Es sei nicht einfach
gewesen, so sagten sie, für diese zwar befriedigende, aber
nicht immer einfache Aufgabe die richtigen Nachfolger zu finden.
Mit Margrit Gleißner und Frank Fischer stehen sie fest.
Beide bedankten sich für "die liebevolle Einführung
in dieses Haus" und wünschten sich sehr, mit "den
Bewohnern in jeder Situation ins Gespräch zu kommen."
Unterstützung werden sie finden bei den 50 Mitarbeitern,
die kompetent und zuverlässig zusammenarbeiten und der Seniorenresidenz
damit zu Ansehen und einer guten Reputation weit über die
Kreisgrenzen hinaus verholfen haben.
Das große Sommer-Abenteuer
Sommerlager des Pfadfinderstammes "St. Hubertus" e.V.
Uelzen/ Immenhausen. Natürlich ging es für die
Pfadfinderinnen und Pfadfinder des Uelzener BdPStammes "St.
Hubertus" auf Sommerfahrt. Da das Jahr 2000 nun mal einmalig
ist, suchte sich jede der Gruppen ein ganz besonderes Ziel für
das Sommerlager aus. Die Wölflinge, die jüngsten Mitglieder
des Stammes, nahmen am "Wölflingsommer" des Pfadfinderbundes
teil. auf dem Gelände des dortigen BdP Bundeszentrums trafen
sich sich Wölflingsgruppen aus ganz Deutschland um miteinander
zu spielen, zu basteln, zu singen und vor allem um Spaß
zu haben. Trotz des relativ schlechten Wetters herrschte fröhliche
Stimmung, und ein Abenteuer reihte sich an das andere.
Andere Gruppen der Uelzener "Pfadis" wanderten zwei
Wochen durch den Schwarzwald. Ohne einen vorgefertigten Plan,
nach Lust und Laune und immer "der Nase nach" erwanderten
sie die schöne Gegend und lernten dabei Land und Leute kennen.
Die Gruppen der älteren Stammesmitglieder führte es
diesmal ins nahe Ausland. Einige versuchten, warum Schweden als
das perfekte Fahrtenland bekannt ist. Unendliche Weiten, wenige,
aber dafür sehr freundliche Menschen, große Wälder
und unzählige Badeseen gaben die Antwort auf die Frage.
andere Pfadis erkundeten das Elsaß; Berge, Burgruinen und
hervorragendes Wetter hinterließen die nachhaltigsten Eindrücke
während der Wanderung. Die französische Lebensart trug
auch dazu bei, dass diese Fahrt nicht so schnell vergessen wird.
Die Pfadfinderinnen beendeten die Ferien mit einer mehrtägigen
Kanu-Tour im Kreis Uelzen und den umliegenden Landkreisen, einige
von ihnen hatten zuvor den Wölflingsommer mitorganisiert.
Die Mitglieder des Stammes "Hubertus" sind sich einig,
dass es alles in allem wieder ein gelungener Sommer war, der
noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Auch die Bakterien brauchen
Sauerstoff
Baumaßnahmen in Kläranlage Suderburg
Suderburg (bk). Mit dem Bau und der Übergabe
einer Belüftungsanlage in der Kläranlage Suderburg
wurde ein erster Bauabschnitt für 280.000 Mark realisiert.
Insgesamt soll für 1,2 Millionen Mark investiert werden.
Die Baumaßnahmen sind ein eindrucksvoller Beweis für
die Symbiose von Theorie und Praxis, an der Kläranlage in
Suderburg wird nämlich mit einem Forschungsvorhaben der
Fachhochschule, geleitet von Professor Arthur Mennerich aus dem
Bereich Siedlungswasserwirtschaft, zusammen gearbeitet.
"Es gab Probleme mit dem Sauerstoffeintrag" erläuterte
Claus Steudele, Vertreter eines ausführenden Ingenieurbüros
vor Ort. Vor allem im Sommer bekamen die nützlichen kleinen
Helfer in den Abwässern, die Bakterien, keine Luft mehr.
Abhilfe wurde geschaffen durch ein feinblasiges Druckluftsystem.
"Nun stehe ich hier als
Leiter..."
Polizeioberrat Hans-Jürgen Felgentreu wurde nun auch offiziell
ins Amt eingeführt
Uelzen (bk). Es gab viele gute Wünsche, die Ernennungsurkunde
und zahlreich Prominenz auf dem Empfang in der Polizeiinspektion
Uelzen, die ihren neuen Leiter, Polizeioberrat Hans-Jürgen
Felgentreu, damit auch offiziell ins Amt einführte.
"Ich freue mich, dass Sie alle gekommen sind, Ihren neuen
Polizeichef kennen zu lernen", sagte Regierungspräsidentin
Ulrike Wolff-Gebhardt. Die meisten der Anwesenden, unter ihnen
der Oberkreisdirektor, die Bürgermeister aus Stadt und Landkreis
Uelzen, Abgeordnete des Bundes- und Landtages und viele Kollegen
aus Nachbarkreisen dürften ihn allerdings bereits persönlich
kennen, denn Felgentreu hatte seit seinem Amtsantritt am 1. August
offensiv das Gespräch mit allen gesucht, mit denen in der
Zukunft zusammen zu arbeiten ist. Er hatte dabei als angenehm
gefunden, "dass die Vertreter des öffentlichen Lebens
miteinander im Gespräch sind." Der Neue bedankte sich
für die herzliche Aufnahme, was seinen Start in seinen hiesigen
Arbeitsbereich wesentlich erleichtere. Er wolle das subjektive
Sicherheitsgefühl der Bevölkerung gestalten und gute
Lösungen für gesellschaftliche Probleme mit polizeilichen
Möglichkeiten und dem neuesten Know How anbieten, so der
Polizeioberrat weiter.
In diesem Zusammenhang forderte die Regierungspräsidentin
die aktive Unterstützung aller für diese Arbeit, in
der Unfallprävention ebenso wie im Entgegentreten rechtsradikaler
Tendenzen, die Deutschland derzeit wieder einmal unrühmlich
in die Schlagzeilen bringen, und die eine "relativ ungebrochene
(traurige) Tradition in der Region" haben.
Hans-Jürgen Felgentreu hatte die Ausschreibung unter sechs
Bewerbern für sich entschieden. Zuletzt war er Leiter des
Polizeikommissariats Lüneburg. Auch wenn er, und Oberkreisdirektor
und Uelzens Bürgermeister machten eindeutige Einbürgerungsversuche
pro Uelzen, seinen Wohnsitz im Nachbarlandkreis hat, werde er
immer vor Ort präsent sein, wenn es erforderlich ist. Damit
er möglichst lange auf seinem jetzigen Chefsessel ausharrt,
gab es Blumen vom Personalratsvorsitzenden, Polizeidirektorschulterstücke
zum heimlichen Üben vom alten Chef aus Lüneburg und
eine Radwanderkarte des Landkreises Uelzen. Hans-Jürgen
Felgentreu wird es bei so viel Sympathie und Vorschusslorbeeren
wohl tun, denn "auf die Ergebnisse der gemeinsamen Arbeit
bin ich sehr, sehr neugierig", bekannte er zum Schluss.
Den Handwerkern über
die Schulter geschaut
1500 Lichter leuchteten beim Dorf- und Lichterfest in Nettelkamp
Nettelkamp. Das Dorf- und Lichterfest feierten
die Nettelkamper mit vielen Besuchern aus den Nachbarorten. Neben
Spielstationen verschiedenster Art war eine Hüpfburg der
größte Anziehungspunkt für die Kinder. Rundfahrten
mit dem Feuerwehrfahrzeug, der Schminkstand und die Pflastermalereien
waren ebenfalls gefragt. Die Erwachsenen konnten sich derweil
über die Aktivitäten einiger Hobby-Handwerker informieren
oder die ausgestellten Arbeiten erwerben. Der Förderkreis
für das Sommerbad Stadensen war mit einem Glücksrad
vertreten. Natürlich fehlten die Flohmarkthändler nicht
und auch für das leibliche Wohl der Gäste wurde gesorgt.
Herzhafte Grillspezialitäten, Fischbrötchen, Pellkartoffeln
mit Quark und das Gebäck "Orsledder", welches
nach einem überlieferten Rezept gebacken wurde, sorgte für
Gaumenfreuden. Großen Zuspruch fand das reichhaltige Tortenbuffet
der Hausfrauen und der ofenwarme Butterkuchen aus dem fahrbaren
Steinbackofen. Die Oldtimerfreunde sorgten mit ihren alten Maschinen
für eine sehenswerte Technikschau.
Media-Band lockte mit schwungvoller Musik
Am Nachmittag spielte die Media-Band im großen Festzelt
schwungvolle Blasmusik und der Gesangsverein "Frohsinn"
brachte die Neuschöpfung eines Nettelkamper Heimatliedes
zu Gehör. Der Text und die Musik stammt aus der Feder von
Eduard Kinitz.
Das Glück konnten die Besucher bei der Tombola herausfordern.
Den Gewinnern winkten viele lukrative Preise. .
Am Abend lockte die Media-Band mit aktuellen Hits Jung und Alt
auf die Tanzdielen. Bei Einbruch der Dunkelheit wurden 1500 bunte
Lichter im Straßenverlauf An der Kirche angezündet
und boten ein stimmungsvolles Bild. Bis früh in den Morgen
feierten die Nettelkamper mit ihren Gästen.
Nach dem ersten Hahnenschrei trafen sich die Organisatoren und
Einwohner zu einem zünftigen Frühschoppen.
Kundenfreundlicheres Arbeitsamt
Projektarbeit von Azubis erleichtert Gang durchs Haus
Uelzen (bk). "Hier ist Ihr Wegweiser durch den Behördendschungel"
begrüßt der Computer in der Eingangshalle des Uelzener
Arbeitsamtes alle Besucher, und das sollte Mut machen.
Wohl jeder, der zum Arbeitsamt muss, fühlt sich als Bittsteller,
obwohl er eine "Leistung in Anspruch nimmt, die ihm zusteht",
wie Thomas Brenneisen, stellvertretender Ausbildungsleiter, betont.
Trotzdem: viele Gänge, viele Zimmer, viele fremde Leute.
Und wo geht`s nun lang, wenn man sich arbeitslos melden muss,
den medizinischen Dienst in Anspruch nehmen will oder eine Arbeitsgenehmigung
braucht?
Auszubildende des 2. Lehrjahres
haben sich dieses Problems angenommen und in einer Projektwoche
ein "Kundenorientiertes Wegeleitsystem" durch das Haus
erdacht.
Vier Mal in den drei Ausbildungsjahren haben die jungen Leute
die Möglichkeit, sich völlig selbständig mit einem
Thema auseinander zu setzen, dafür Problemlösungen
zu suchen und anzubieten.
Das Ergebnis der Gruppe von Melanie Reschke, Karin Winter, Jessica
Mautz, Nele Jagla und Ike Horstkötter ist dieses praktische
Leitsystem, das einfach, auch von Personen mit Scheu vor Computern,
zu bedienen ist und sicher durch das Amt führt. Es unterstützt
die Kundeninformation, ohne dass der menschliche Ansprechpartner
wegfallen soll, denn nicht immer macht moderne Technik alle Menschen
sicherer.
Das Arbeitsamt Uelzen ist, so wird im Pressegespräch klar,
ein großer Ausbildungsbetrieb. Ab kommenden September werden
19 junge Leute hier die Berufe Fachangestellte/r für Arbeitsförderung,
Fachinformatiker/in, Verwaltungsinspektorenanwärter/in oder
Beratungsanwärter/in erlernen.
Die Projektwochen sind nicht die einzigen praxisorientierten
Highlights der Ausbildung, macht Thomas Brenneisen klar. Wert
wird in der gesamten Zeit auf "ganzheitliches Lernen"
gelegt, das gutes Fachwissen mit sozialem Engagement, psychologischem
Einfühlungsvermögen und aufgeschlossener Kundenfreundlichkeit
verbindet.
Weg zum Arbeitsamt ist kein Bittgang
Fakten, die die Besucher des Arbeitsamts in Zukunft bestimmt
zu schätzen wissen werden. Denn vielen wird der Weg dorthin
weiter wie ein Bittgang vorkommen, kompetente Mitarbeiter könnten
helfen, diese Hürde zu überspringen und das mit der
Arbeitslosigkeit schwindende Selbstbewusstsein aufzubauen.
Der Brehloher SC gewann Pokal
Turnier beim SV Hanstedt I
Hanstedt I (jm/r). Der SV Hanstedt I startete am
26. August mit einem Fußballturnier für neun- bis
zehnjährige Jungen und Mädchen in die neue Saison.
Dieses Vorbereitungsturnier war notwendig, weil es für die
Spielklasse keine Vorbereitungszeit für die neue Saison
gibt, die eine Woche nach den Sommerferien begann. Ein Teil der
Spieler ist sogar zum ersten Mal dabei.
Fünf Manschaften - Breloher SC, SG BHS, SV Arendsee und
der SV Hanstedt I, vertreten mit zwei Teams - spielten um Pokale,
die vom Uelzener General-Anzeiger gestiftet wurden. Aus den gutklassigen
Spielen, alle Mannschaften spielten gegeneinander, ging der Breloher
SC als Sieger hervor, die beiden Gastgebermannschaften belegten
die Ränge vier und fünf.
Nach den Spielen feierten die Mannschaften gemeinsam mit einem
Spanferkelessen, und gegen 22.30 Uhr stand noch ein kleines Turnier
mit gemischten Mannschaften an.
Am nächsten Morgen gab es noch ein gemeinsames, Frühstück,
gegen 9 Uhr verabschiedeten sich alle voneinander und versprachen,
sich bei Gelegenheit wiederzusehen.
Kreisfeuerwehrtag und 75.
Jubiläum der Wehr wurden in Jarlitz gebührend gefeiert
Wettkämpfe, eine Ausstellung alter Technik und geselliges
Beisammensein
Jarlitz (ib). Der diesjährige Kreisfeuerwehrtag bot
der Freiwilligen Feuerwehr Jarlitz gleich doppelten Anlass zum
Feiern; nicht nur, dass der Kreisfeuerwehrtag in dem Dorf ausgerichtet
wurde, gleichzeitig konnte die Wehr ihr 75. Jubiläum begehen.
Und das tat sie mit einem großen Fest, zu dem jeder herzlich
eingeladen war. Neben allerlei Feuerwehrgerät von heute
und früher, die ältesten Fahrzeuge stammten aus dem
Jahr 1870, konnten die Besucher auch das neue Dorfgemeinschaftshaus
sowie eine abwechslungsreiche Ausstellung besichtigen, auf der
Modellautos aus Holz und Metall gezeigt wurden.
Für den musikalischen Rahmen sorgte "Hoschi's Band",
und ein Kaffeegarten, ein Bratwurst- und ein Getränkestand
standen für das leibliche Wohl bereit. Feuerwehrveranstaltungen
haben eben immer auch Volksfestcharakter. Aber nicht nur: Ein
Leistungswettbewerb, der alle zwei Jahre durchgeführt wird,
stand auf dem Plan: Mehr als 30 Wehren aus dem gesamten Landkreis
mussten ihr Können unter Beweis stellen. Dies waren unter
anderem Brandbekämpfung und Bergung von Personen. Die Freiwillige
Feuerwehr Jarlitz belegte in der Rangliste der kleinen Fahrzeuge
einen guten vierten Platz.
Die Freiwillige Feuerwehr Weste erreichte Platz eins. Auf den
ersten Platz bei den Großfahrzeugen kam die Wehr des Ortes
Barum. Die Wehren, die beim Kreisfeuerwehrtag am besten abgeschnitten
hatten, kommen eine Runde weiter, müssen sich auf Landesebene
erneut den Herausforderungen stellen. Hier treten die Feuerwehren
aus Weste, Theyendorf-Göddenstedt, Nienwohlde-Kallenbrok,
Jarlitz, Natern und Höver an.
Und vielleicht schafft es ja eine der Wehren aus dem Landkreis
Uelzen sich für die Wettkämpfe auf Bundesebene zu qualifizieren.
Jazz und Rock-Melodien unter
alten Bäumen
10. Frühschoppen in Westerweyhe wieder großer Erfolg
Uelzen/Westerweyhe (bk). Die Erleichterung waren der Heidekönigin,
ihrem Hofstaat und den Heideböcken deutlich anzusehen, als
sie zum 10. Westerweyher Jazzfrühschoppen die Gäste
begrüßen konnten.
Noch in den frühen Morgenstunden hatte Petrus seine Schleusen
geöffnet, aber gegen 11 Uhr strahlte die Sonne von einem
unschuldigen Sommerhimmel. So war das nun schon traditionelle
sonntägliche Treffen absolut ungefährdet, die Stimmung
auch am neuen Ort, diesmal auf dem Krügerhof im Alten Dorf,
von Beginn an phantastisch.
Zwei Bands sorgten diesmal für Rhythmus auch im Blut der
Zuschauer: Die "Jazz-Connection" aus Celle, gute alte
Bekannte jedes Frühschoppen-Besuchers und die Mannen der
"Soul Doctors", die Rock und Pop boten, der auch 20
und mehr Jahre bereits überlebt haben.
Ein bunter Wechsel auf zwei Bühnen zur Freude des zahlreich
erschienenen Publikums.
Wer sich die Beine ein wenig vertreten mochte, konnte eine Runde
durch die Präsentation verschiedener Autohäuser der
Region drehen, sich für eine Bratwurst anstellen oder die
Luft aus seinem Bierglas lassen. Ein gelungener Sonntag wie gesagt,
von B wie (Heide) Bock bis W wie Wetter.
Gelungene Doppelschau zweier Kreativer
Wil Frenken und Georg Lipinsky zeigen Werke im Historischen Zentrum
Oldenstadt noch bis 17. September
Uelzen/Oldenstadt (bk). Sich
selbst zu feiern und anderen damit eine Freude, nicht nur mit
Kulinarischem, machen, das ist wohl die gelungenste Art eines
Festes. So hatten es sich die beiden Künstlerkollegen Wil
Frenken und Georg Lipinsky vorgenommen und im Umfeld ihres 65.
beziehungsweise 60. Geburtstages zur Vernissage ins Historische
Zentrum nach Oldenstadt eingeladen.
Die gelungene Doppelausstellung der beiden so unterschiedlich
schaffenden Künstler, die als Gemeinsamkeit aber die "überdurchschnittliche
Kommunikationsfreudigkeit" eint, wie Kulturmanagerin Ute
Lange-Brachmann in ihrer herzlichen, sachlich-fröhlichen
Rede betonte, braucht den aufmerksamen Betrachter und keinen
Besucher, der die Hast dieser Zeit nicht abzulegen in der Lage
ist.
Im Langhaus präsentiert Wil Frenken dem Kunstfreund ein
neues Tierkaleidoskop, das er im Gespräch spontan "Oldenstädter
Tierpark I" nennt. Es ist die Fortsetzung der Holdenstedter
Vögel und schließt sich ans Ebekestorfer Bestiarium
an. Sechs große Folien (1,20 mal 3,50 Meter) dominieren,
vor die Fenster gehängt, den Raum. Auf ihnen, bekannt und
doch immer wieder neu, die Tierwelt, der Phantasie des Malerpinsels
entsprungen, in wunderbarer Farbenpracht.
"Die Welt der Tiere ist die Welt des Lebens", klingt
aus dem Munde von Wil Frenken gar nicht so markig-abgehoben,
wie es zu lesen ist. Schließt es doch die Furcht davor
ein, dass wir mit jeder ausgerotteten Art an unserem eigenen
Lebensast sägen.
In Oldenstadt jedoch sind alle Arten noch sehr lebendig, wenn
auch in Acrylfarbe: Die Mücken und Kakerlaken, das Mäuschen
und die Katz, Elch und Stier, Schwalben und Schmetterlinge. Nur
der Hund ist eigentlich ein Fuchs - aber der Künstler hat
Besserung gelobt, was dieses Tiermodell betrifft!
"Gemalte Kalligraphie" nennt Anna Susanne Schulz die
Werke Frenkens. Und tatsächlich scheint jedes Tier ein besonders
kunstvoller Buchstabe zu sein, einleitend den Text im Buch des
Lebens.
Auch ein Stück Leben, und nur auf den ersten Blick ausschließlich
privates, sind die Collagen von Georg Lipinsky, die in der BBK-Galerie
zu sehen sind. Das Kernstück der Ausstellung: 61 Blätter,
für jedes Jahr seit der Geburt im Jahre 1940 eins. Der Künstler
hat dafür Zeitungen, Familienalben und Erinnerungsstücke
geplündert und dem Betrachter ein Stückchen Geschichte,
mit persönlichem, gesellschaftspolitischem und heimatgeschichtlichem
Bezug geschenkt. Man kann darin lange spazieren gehen, suchen
und finden - auch sich selber. So steht im Blatt von 1945 der
kleine, fünfjährige Georg vor den Trümmern der
Städte nach dem Ende des Krieges, erinnert die Arbeit aus
dem Jahr 1963 an die Ermordung von John F. Kennedy und die von
1984 an die Aktivitäten des Abgeordneten Lipinsky gegen
die atomare Aufrüstung in West und Ost. Auch dass aus der
Turnhalle die "KulturNhalle" wurde, ist ein Jahresblatt
wert.
Je nach dem wie persönlich der Besucher in das Zeitgeschehen
involviert war, desto näher werden ihm die zusammengefügten
Zeitschnitzel des Künstlers gehen. So wird wohl fast jedem
DDR-Bürger der lapidare "Erledigt"-Stempel des
Bürokraten aus dem Jahr 1990 auf der Staatsflagge des untergegangenen
Landes zumindest einen Stich ins Herz bedeuten. (Was überhaupt
nichts mit (N)Ostalgie zu tun hat, aber so einfach (ab)gestempelt
ist das Leben eben nicht.)
Die Jahresblätter sind sehr persönliche Werke des 60-Jährigen,
ebenso wie die ausgestellten "Tagebuchblätter",
die für den Künstler kleine Übungsstücke
sind, "dass man ständig im Schnippeln bleibt, im Finden."
An Ideen und deren kreativer Umsetzung mangelt es Georg Lipinsky
nicht. Und sympathisch ist, dass er mit seiner (Familien) Geschichte
nicht wehmütig Rückblick hält, sondern auch über
sich und seine Mitbürger selbst schmunzeln kann.
Noch an den Wochenenden des 9./10. und 16./17. September, jeweils
von 15 bis 18 Uhr sind die Werke beider Künstler, die damit
zusammen 125 Jahre feiern, zu sehen. |