Uelzen - Info

General - Anzeiger

 

Lokales






...nun also Hundertwasserstadt

Singen für Senioren

Saß-Preis wird 2001 vergeben

CDA hat gewählt

Amt bleibt zu

Malwettbewerb im GA

Siebensternkonzert in Bad Bevensen

Gefiedertes und Kuscheliges

Ein weißer Stein des Anstoßes

Es geht den Schweinen wie den Leuten

"Aus dem Weltplan heraus gerutscht"

Berufliche Integration von Schwerbehinderten

Voigtländer im Gespräch mit den Senioren der ÖTV

"Hier kennt einer den anderen..."

Advent im Hof Suderburg

 


 

 

 

 









 

 

 
 
 
 
 

 

 
 



 
 

 
 
 

 
 


 
 
 

Ausgabe 29. November 2000



...nun also Hundertwasserstadt
Uelzener feierten ihren Bahnhof und sind stolz auf das Werk des weltberühmten Architekten

Uelzen (bk). Ginge es nach Dr. Peter Struck und den neuesten Bahnsteigansagen beim Halt der Züge, soll aus der Uhlenköper- nun eine Hundertwasserstadt werden. Vielleicht ist dieser Anspruch ein wenig anmaßend, denn der Wiener Künstler ist weder hier geboren, noch gestorben, noch war er jemals hier. Man sollte froh sein, wenn er eine Vorstellung hatte, wo Uelzen überhaupt liegt. Wenn er es wirklich genauer wusste, so ist das ohne Zweifel der Projektgruppe "Bahnhof 2000" zu danken. Und die interfraktionelle Zusammenarbeit von Jacques Voigtländer, Raimund Nowak und Gerd Schlademann, die "mit ihrer Hartnäckigkeit dieses Projekt voran trieben", wie Bürgermeister Günter Leifert betonte, erhielt auch von den vielen Zuschauern, die sich zur Eröffnung in der Halle drängelten, ganz spontanen Szenenapplaus. Der Hundertwasser-Bahnhof ist eingeweiht. Endlich! Und die kleine Million für den Ausbau des oberen Stockwerks sollte die Bahn AG doch locker von den 2000 Millionen UTMS-Gabe noch aufbringen, reizte Peter Struck die Anwesenden des Verkehrsbetriebes.
Nach 19 Millionen Gesamtkosten sollte man davon ausgehen! Es wird zu beobachten sein, ob am vergangenen Sonnabend in Uelzen nur schöne Worte gemacht wurden. Denn nicht nur die Uelzener sind stolz auf ihren attraktiven, wunderbar-verrückten Bahnhof. Von diesem Stolz-Kuchen wollen auch die Bahn AG und der Niedersächsische Wissenschaftsminister Thomas Oppermann etwas abhaben. Warum auch nicht. Die Fertigstellung war eine Gemeinschaftsarbeit von Kommune, Land, Bahn AG und Sponsoren im besten Sinne. Alle Beteiligten brauchten einen langen Atem, auch die Reisenden, die ein Jahr über Bauschutt stolpern, mit ihren Koffern um Gräben kurven und Lärm tapfer ertragen mussten. Aber es hat sich gelohnt. "So etwas wird es nur in Uelzen geben", sagte Alfred Possin, Vorstandsmitglied der Station&Service AG der DB. "Und vielleicht schaut ja bei diesem schönen Wetter Hundertwasser von oben durch die Kuppel zu." Diese Vorstellung gefiel auch allen Besuchern. Die Stimmung war sehr gut am vergangenen Wochenende auf Uelzens neuem Bahnhof.
Es gab Musik, ein wenig Kleinkunst, eine große Eistorte und viele zufriedene Gesichter. Auch wenn die Fensterscheiben im Chaos, das jeder Eröffnung voraus geht, nicht ganz blank geputzt worden waren, und die Begrünung leider, wenn auch jahreszeitlich bedingt, einen kahl-traurigen Eindruck machte: Das Hundertwasser- Architektur-Projekt ist ein Kunstwerk, es ist eine Attraktion, es ist einfach schön. Vielleicht sieht das inzwischen auch Michael Martens so, der im März unter dem Titel "Ein kühner Plan für einen neuen Stolz" in der FAZ ein wenig geringschätzig davon geschrieben hatte. Es ist wohl wahr, so eine kleine Heidestadt wagt sich an solch ein Projekt. "Größenwahnsinnig" war eher eine schmeichelhaftere Bezeichnung für den Plan. Aber inzwischen ist tatsächlich die Identifikation der Bürger, der Region mit diesem Kultur- und Umweltbahnhof gewachsen. "Der schönste Bahnhof steht ab heute in Uelzen", freute sich auch Minister Oppermann. Und es werde in Zukunft drei Arten von Reisenden geben: Die nach Uelzen wollen und hier aussteigen. Die kommen, um dieses europäische Kulturprojekt zu sehen. Und diejenigen, die durchs Fenster einen Blick erhaschen und denen die Haltezeit zu kurz ist. Aber die kommen wieder! "Sie ehrten ihn, indem sie sich nützten" hat Bert Brecht einmal in einem Gedicht über einen anderen großen Mann unseres Jahrhunderts geschrieben. Die Bahn AG und die Uelzener ehren mit ihrem Bahnhofsprojekt Friedensreich Hundertwasser, aber sie nützen sich selber mit diesem einmaligen, funktionalen Denkmal.

Singen für Senioren

Uelzen. Der Sonntag'sche Gesangsverein will am Sonnabend, 2. Dezember, in der Senioren Residenz an der Rosenmauer seine Zuhörer mit weihnachtlichen Chorsätzen unter Leitung seines Dirigenten Domagoj Anric auf die Weihnachtszeit einstimmen. Gäste sind herzlich willkommen.

Saß-Preis wird 2001 vergeben

Bad Bevensen. Der "Johannes-Saß-Preis" der Volksbank Uelzen-Bevensen e. G. soll im Rahmen der Bevensen-Tagung 2001 erneut vergeben werden. Der Preis ist für literatur- oder kulturwissenschafltiche Arbeiten ausgeschrieben, die sich mit dem Niederdeutschen im 19. oder 20. Jahrhundert befassen. Es können beispielsweise größere monografische Darstellungen, Examensarbeiten, Werkausgaben oder auch Aufsatzsammlungen eingereicht werden. Die Arbeiten sollen nach 1995 entstanden bzw. publiziert sein. Der Preis ist mit 4000 Mark dotiert; berücksichtigt werden sowohl Vorschläge als auch Bewerbungen. Die Arbeiten sind in zweifacher Ausfertigung bis zum 1. Februar 2001 einzureichen bei der Volksbank Uelzen-Bevensen e. G., Medinger Straße 1 + 3, 29549 Bad Bevensen.

CDA hat gewählt

Lüneburg/ Uelzen. Unter dem Motto "Sozialstaat im 21. Jahrhundert gestalten" tagte kürzlich der Bezirksverband der Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) in der Uelzener Stadthalle. Gleichzeitig standen auch Vorstandswahlen auf der Tagesordnung. Der bisherige Vorsitzende Wolfgang-Peter Paul wurde in seinem Amt bestätigt, ebenso der größte Teil des Vorstandes. Breiten Raum nahm die Diskussion um die Gestaltung des Sozialstaates ein. Wichtige Eckpunkte sind für die CDA eine zukunftsweisende Sozialpolitik, die auf Familienförderung baut, und die Einführung eines Familiengeldes als sechste Säule der Sozialversicherung. Beim Gesundheitswesen fordert die CDA mehr Wettbewerb unter den gesetzlichen Krankenversicherern herrschen.

Amt bleibt zu

Uelzen. Wegen EDV-Schulungen im Fachbereich Soziales bleibt die Abteilung "Hilfe in Notlagen" am heute und am 6. sowie am 13. Dezember geschlossen.

Malwettbewerb im GA: Es gab zehn Gewinner!
Zahlreiche Kinder nahmen teil - jetzt stehen die Sieger fest

In seiner Ausgabe vom 15. November rief der Uelzener General-Anzeiger seine jüngsten Leser auf, den "Zauberer von Oz" zu malen. Die Teilnahme war überwältigend, und die Jury hatte es bestimmt nicht leicht, die zehn besten Bilder auszuwählen. Die Kinder, die nicht unter den Gewinnern sind, müssen nicht traurig sein. Man kann eben nicht immer gewinnen, und am 6. Dezember beschenkt der Nikolaus ohnehin jedes Kind. Die Sieger des Malwettbewerbs bekommen vom Nikolaus aber schon am 30. November eine prall gefüllte Nikolaustüte.

Uelzen. Das vom Ballett & Gym Studio Karin Graaf mit Unterstützung von Müller's Hausmacher-Wurstwaren und dem General-Anzeiger initiierte Theater-Stück "Der Zauberer von Oz", kam bei den jungen Besuchern im Theater an der Ilmenau sehr gut an. Tosender Applaus war der Lohn für die Akteure. Außerdem gab es den Malwettbewerb, der ebenfalls auf große Resonanz stieß. Unter den Einsendungen fanden sich richtige kleine Kunstwerke, sodass die Qual der Wahl groß war; einige hatten das Geschehen auf der Bühne sehr real wiedergegeben, andere hatte das Stück offenbar zu einer fantasievollen Reise in das Land Oz angeregt; so zeichneten sie das Gesehene, als wären sie selbst dort gewesen. Man kann nur staunen, wie kreativ und mit welchem Eifer einige der Einsender zu Werke gegangen sind!

Und das sind die Gewinner:

Katharina Hillmer (6 Jahre), Suderburg
Nils Dobslaw (4 Jahre), Stadensen
Alina Parr (7 Jahre), Stadensen
Johanna Hillmer (2 Jahre), Suderburg
Edgar Wetzig (7 Jahre), Clenze
Franziska Hacke (10 Jahre), Uelzen
Wiebke Schmidt (8 Jahre), Ebstorf
Torsten Paffel (3 Jahre), Uelzen
Hubertus Hacke (7 Jahre), Uelzen
Sina Dobslaw (6 Jahre), Stadensen

Die Sieger erhalten am Donnerstag, 30. November, ihre Nikolaustüte im Ballett & Gym Studio Karin Graaf. Um 15 Uhr kommt der Nikolaus, um die kleinen Künstler zu beschenken.

Siebensternkonzert mit Gottfried Böttger und Joe Curtis in der DreikönigskircheBad Bevensen

Bad Bevensen (ehs). Noch auf der Suche für eine passende Gabe im Nikolausstiefel, noch am Überlegen, was man verdienten Mitarbeitern auf der Weihnachtsfeier schenken könnte: Eintrittskarten für das Siebensternkonzert am Sonnabend, 9. Dezember um 19.30 Uhr in der Dreikönigskirche Bevensen wären da der besondere Tipp. Unter dem Titel "Oh Happy Day" bieten die beiden aus Funk und Fernsehen bekannten und beliebten Künstler Prof. Gottfried Böttger (Piano) und Joe Curtis (Gesang) eine unvergleichlichen Abend. Auf dem Programm: jede Menge Spirtituals und Gospels, Blues und Jazz. Karten im Vorverkauf (Stück 20.-- DM) gibt es in den Buchhandlungen Paff und Zimmermann, bei foto-May, Schreibwaren Ott und in der Siebensterndruckerei Schliekau. Gottfried Böttger ist durch seine Musikgruppen "Leinemann", die "Rentnerband", das "Panikorchester" mit Udo Lindenberg schon seit den 70-er Jahren bekannt geworden. Als ständiger Pianist in der Bremer Talkshow "III nach 9" aktiv. Zusammen mit anderen Musikern hat er viel beachtete Auftritte. Vielerlei Tonträgerproduktionen sind auf dem Markt. Seit dem Wintersemester 93/94 ist er als Dozent für Computerdidaktik im Bereich "Computer, Sprache und Musik" tätig.Joe Curtis , im südafrikansichen Kapstadt geboren, liegt der Gospel im Blut. Er beherrscht den Gospelnund den Jazz, improvisiert mit Einfallsreichtum, Humor und phrasiert mit sicherem Gespür für Spannung.

Gefiedertes und Kuscheliges
Ausstellung in der Viehhalle Eschemannstraße gut besucht

Uelzen (bk). Wer weiß schon, dass eine Taube zwölf Schwanzfedern haben muss. Auf der Ausstellung des Geflügelzuchtvereins Uelzen und Umgebung e.V. von 1894 konnte man das lernen. Man musste nur das Gespräch suchen mit einem der Züchter. Am vergangenen Wochenende gurrte, krähte, schnatterte und gackerte es in der Viehhalle am Albrecht-Thaer-Gelände. Nur die Kaninchen verhielten sich ruhig, sonst wäre es wohl auch zu laut geworden! Etwa 830 Stück Geflügel und über 100 Kaninchen waren dort ausgestellt und hatten in den Tagen davor geduldig das Richten über sich ergehen lassen. Hier wurden die Federn gezählt, die Schnäbel kontrolliert und das Gefieder beziehungsweise Fell überprüft. Zu bewundern waren Römertauben ebenso wie indische Laufenten. Wem bei ,,Hamburger" nur eine Fast-Food-Kette einfällt, sollte sich belehren lassen, dass auch Zwerghühner so heißen können. Für die kleinen Besucher waren natürlich die kuscheligen Kaninchen der größere Anziehungspunkt. Die weißen mit den roten Augen ebenso wie die Blauen Wiener. Die Züchter, die auch aus Sachsen-Anhalt nach Uelzen kamen, denn mit einem Geflügelzuchtverein dort bestehen seit der Wende partnerschaftliche Kontakte, nahmen ihre Puten, Gänse, Tauben, Hühner und Kaninchen am Sonntag wieder mit in den heimischen Stall. Die Preisrichter werden den meisten sicherlich das Schicksal als Weihnachtsbraten erspart haben.

Ein weißer Stein des Anstoßes
Gastspiel mit "Kunst" von Yasmina Reza im Theater an der Ilmenau

Uelzen (bk). Am Ende liegen sie sich wieder in den Armen, die drei Freunde, und wollen einen Neuanfang versuchen. Wahrscheinlich wird er nicht glücken, weil er bereits wieder mit der Unwahrheit und falscher Rücksichtnahme belastet ist. Das allerdings ist die Vermutung des Zuschauers.
Aber vom Anfang: Einer hat sich ein Bild gekauft. Einen Ölschinken, riesengroß, sündhaft teuer, aber einfach nur weiß. "Eine weiße Scheiße", wie Marc, der Kritiker, treffend bemerkt. Natürlich ist Serge, der Kunstfreund und stolze Besitzer des Originals, tödlich beleidigt. Yvan will ausgleichen. Aber jedem nach dem Munde zu reden fällt letztlich dem vermeintlichen Friedensstifter auf die Füße.
Der Welterfolg "Kunst" von Yasmina Reza, der 43-jährigen, in Paris geborenen Schriftstellerin, ist bestes Boulevardtheater mit Hintersinn. In der Aufführung des Kleinen Theaters Bad Godesberg unter der Leitung von Walter Ullrich agierten Peter Schmidt-Pavloff, Hans-Gerd Kilbinger und Hans-Jürgen Bäumler im Theater an der Ilmenau Uelzen und ernteten für ein bravouröses Spiel und souveräne Bühnenpräsenz lang anhaltenden Applaus der rund 200 Gäste. Das Stück, das sich aus dem Streit über den Bilderkauf sehr schnell zu einem Streit der Männer zueinander ausweitet, schafft komödiantisches Vergnügen und schärft den "Ja, das kenn` ich auch"- Blick. Das Lachen bleibt denjenigen im Halse stecken, die schon einmal selbst beobachten mussten, wie Freunde, aus welchen Gründen auch immer, wie auf einer zerbrochenen Eisscholle wegdrifteten. Als Ergebnis dieses Theaterabends stehen mehr Fragen als Antworten: Wie genau kennt man seine Freunde? Wie verletzbar sind sie, aber wie ehrlich müssen wir trotzdem zu ihnen sein? Die Komödie ist ein Reigen.
Zunächst der Dialoge und der Monologe, bei denen man bestätigt findet, was Frau schon lange wusste: Männer lügen aus Bequemlichkeit und Feigheit. Auch vor sich selbst. Und plötzlich ist da Selbsterkenntnis, die verdammt weh tut. Aber, und das macht Mut, die drei Freunde reden letztlich miteinander. Ein Rezept, das immer das bewährteste ist bei Missverständnissen und Auseinandersetzungen. Und so erfährt man, dass Marc, der Zyniker, Pillen braucht, um seine zur Schau gestellte Unberührtheit durchzuhalten. Peter Schmidt-Pavloff - blasses Gesicht, arrogante Leidensmiene, ganz in Schwarz gibt ihm Züge, die der Zuschauer nicht mag, aber ohne jemals ganz das Ekel zu sein. Hans-Gerd Kilbinger ist der Kunstfreund. Seine Betulichkeit, die korrekte Anzugsordnung bedienen den etablierten Arzt, der zunächst aus dem Selbstbewusstsein des erfolgreichen Mannes schöpft. Später steht er fassungslos vor den Scherben einer 25-jährigen Freundschaft. Mit kleinen Gesten wird hier wirklich großes Theater gespielt. Die Glanzrolle des Abends gehörte Hans-Jürgen Bäumler. Szenenapplaus gab es für seine atemlos-perfekte Klage über Braut, Mutter und Schwiegermutter und die verlorenen vier Kilo vor lauter Gram über deren zerrüttete Verhältnisse. So demonstrieren sich die Abgründe hinter dem Normalen. Im Theater an der Ilmenau waren sie grandios gespielt mit exzellenter, klarer Sprache, bissigen Pointen und sehr viel Menschenkenntnis. Aber auch Liebe.

Es geht den Schweinen wie den Leuten
Herrliche Marunde-Ausstellung in der Wassermühle

Uelzen/Holdenstedt (bk). Wenn das Hausschwein mit dem Hofhund redet, Zugvögel sich reisebüromäßig organisieren, der Eber aus der Besamungsstation sich von seinen Kindern Gigolo nennen lassen muss, und die Osterhasen ihren Feierabend am Stammtisch genießen - dann können diese herrlichen Arbeiten nur von Wolf-Rüdiger Marunde sein. Und so viel wie auf der Vernissage am vergangenen Freitag in der Holdenstedter Wassermühle ist wohl selten auf einer derartigen Veranstaltung gelacht worden. Schon das beziehungsreiche Sponsoring von Müller`s Wurstwaren GmbH aus Ebstorf hätte die armen Schweine auf den Bildern erzittern lassen müssen. Aber, so war zu erfahren, die Unterstützung aus dieser Branche war die Idee des Künstlers selbst! So konnten sich Uelzens Bürgermeister Günter Leifert und Kulturmanagerin Ute Lange-Brachmann über einen großen Besucherstrom freuen.
Leifert nannte den Zeichner und Cartoonisten in seinen Begrüßungsworten einen ,,Interpreten der Gesellschaft", was ohne jeden Zweifel die Wahrheit ist. Er wolle aber, bevor er sich der Gefahr einer falschen Interpretation aussetze, den Künstler lieber selber zu Wort kommen lasse, so der Bürgermeister weiter. Der in Hamburg geborene Marunde fühlt sich jetzt im Kreis Lüchow-Dannenberg zu Hause und plauderte in Holdenstedt über seine Entwicklung und seine Ideenfundstätten. Um seine Bilder verkaufen zu können, hätte er Witze draus gemacht, bekennt der Maler, der sein Handwerk an der Fachhochschule Hamburg gelernt hat, in den 80er Jahren für die "Brigitte", für den "Stern" und derzeit für "Hör zu" arbeitet. Sein "Landleben" und "Neues aus Schweinhausen" sind inzwischen fast Klassiker, und es ist wohl nicht übertrieben zu behaupten, dass sie dem Cartoon auch in Deutschland zu mehr Seriosität verholfen haben. Mit offenen Augen und Ohren geht der Zeichner durch die Welt, am ergiebigsten seien "Schützenfeste nach zehn" oder "Dorffeste am Tag danach"! Aber auch aus seinen Zeiten bei der Feuerwehr zehre er heute noch! Dabei verliert er Aktualitäten, ob banal oder brennend, nicht aus dem Blickwinkel, denn wie sonst könnten zwei Wildschweine Angesicht des großen, weiten Sternenhimmels und der Ahnung des Universums behaupten, sie seien dennoch froh, deutsche Schweine zu sein... Und wenn die Fichten alle Nadeln verlieren, ist es zu spät, (auch für uns), nicht etwa Winter, wie das spazieren gehende Ehepaar weiß. Die Bilder von Wolf-Rüdiger Marunde sind eine Entdeckungsreise. Platte Witze sind ihm fremd, Hintersinn geläufig. Nichts allzu Menschliches ist seinen Schweinen fremd. Nach seinen Wünschen befragt, antwortet der Künstler, er möchte mal so ,,richtig deftige schweinische Cartoons" machen. Naja, so viel anders kann der Sex unter Vierbeinern auch nicht sein. Und Wasser mit Schiffen malt er außerdem am liebsten... Noch bis zum 17. Dezember sind die Bilder in der Wassermühle Holdenstedt zu sehen. Geöffnet ist die Ausstellung dienstags bis sonnabends von 15 bis 18 Uhr, sonntags von 11 bis 18 Uhr.

"Aus dem Weltplan heraus gerutscht"
Rainer Pflug las "Im Stall" Kusenberg-Erzählungen

Niendorf II (bk). Wenn Schriftsteller mit der Welt nicht zurecht kommen, müssen das die Leser, schlimmstenfalls auch die Nachwelt aushalten. Oft fallen sie dem Vergessen anheim, in den meisten Fällen zu Recht. Nun, in unserem Landkreis gibt es allerdings Reiner Pflug, dem "die am Herzen liegen, die am Verschwinden sind", wie er anlässlich seiner 6. literarischen Lesung "Im Stall" in Niendorf II bekannte. Diesmal hatte er sich Kurt Kusenbergs (1904 bis 1983) angenommen, dessen Erzählungen er am vergangenen Freitag vor einem augenscheinlich amüsierten Publikum las. Natürlich lässt sich über die Vortragskunst Pflugs nur Lobendes sagen, sein Stammpublikum hat er ganz ohne jeden Zweifel. Vielleicht könnte seine Stimme sogar magisch genannt werden, und er versteht es, in jedes Stück Literatur einzutauchen, zu schillern und akkurat zu artikulieren, dass es eine Freude ist. Über seine Textauswahl lässt sich allerdings nach wie vor streiten. Kusenberg nun also. Der Vortragende wählte Stücke aus den frühen Jahren, will heißen von 1936 bis 1949. Auf einen Autor, der politische Brüche wie die von 1933 und nach 1945 ohne Knick in der beruflichen Entwicklung übersteht, muss man wohl ein zusätzlich Auge haben. Kusenberg war von 1931 bis 1934 Kunstkritiker und Feuilletonist der "Vossischen Zeitung", wurde danach Mitarbeiter im Ullstein-Verlag und stieg dann zum stellvertretenden Chefredakteur einer Zeitschrift auf. 1943 wurde er eingezogen. Nach der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft 1947 wurde er Lektor bei Rowohlt. Seine Zeitgenossen schildern ihn als einen, der laute Feiern verachtete, der nie leger, sondern maßgeschneidert gekleidet ging, und ein, immer ein bisschen grämlicher, Schweiger war.
Dem entspricht auch seine Prosa. Sie ist sanft moralisierend und malt das Bild einer Welt, die komisch, grotesk, verrückt, aber nicht gutartig ist. Es ist wirklich zu bedauern, dass der Autor seine Fähigkeit, sich einer klaren Sprache zu bedienen, seine poetische Phantasie und sein ganz bestimmt großes literarisches Talent so verschwendete. Oder will er den Menschen ihre unermessliche Dummheit vor Augen führen? Wie beispielsweise in der Erzählung "Nihilitt", in der der Erfinder eines Klebstoffes, der aber nichts klebt, einen völlig nutzlosen Werkstoff dazu erfindet, den das Mittel endlich klebt. In "Der große Wind", bezeichnenderweise aus dem Jahr 1939, lässt er einen Mann zum quasi Kriegsgewinnler werden, der 14 große Stürme, nachdem er sich vom Schock des ersten erholt hat, immer zu seinem Vorteil übersteht. "Die Flaute wird mich töten" bekennt der Held am Schluss. Makaber, bei rasselnden deutschen Säbeln! Auf eine andere Art erschreckend war, dass auch "Der nackte Mann" bei der Lesung nicht fehlte: "Mit Fremden nimmt es selten ein gutes Ende, weil ihnen die Erfahrung fehlt", heißt es darin. Als hätte Herr Kusenberg von der "deutschen Leitkultur" schon damals gewusst... Auch wenn ein Sturm der Entrüstung vor allem den weiblichen Teil des Publikums des "Stall" ergreift: Aber Inhalt und Form lagen doch sehr auseinander. Kompliment für Reiner Pflugs Talent, aber mit Kusenbergs Texten war er doch sehr fatal fatalistisch "aus dem Weltplan heraus gerutscht", wie es in einer Erzählung hieß.

Berufliche Integration von Schwerbehinderten

Uelzen. Die berufliche Eingliederung Schwerbehinderter ist das Ziel eines neuen Aktionsprogramms des Arbeitsamtes. Teil des Programms ist die Förderung des Abbaus von Vorurteilen in der Bevölkerung und die Unterstützung der Behinderten bei der bestmöglichen Einsetzung ihrer Leistungsfähigkeit. Arbeitgeber, die Schwerbehinderte einstellen, können technische und finanzielle Unterstützung erhalten. Auf diese Weise sollen bis Ende Oktober 2002 bundesweit 50.000 neue Arbeitstellen für behinderte Menschen geschaffen werden. Im Landkreis Uelzen waren Ende Oktober dieses Jahres 223 Menschen mit einer anerkannten Schwerbehinderung arbeitslos gemeldet.
Die bundesweite Zielgröße "50.000" umgerechnet auf den Landkreis bedeutet, dass bis Ende Oktober 2002 mindestens für rund 80 Schwerbehinderte ein neuer Arbeitsplatz gefunden werden muss. Über Fördermodelle wird informiert Die Vermittler des Arbeitsamtes werden daher verstärkt Initiativbemühungen unternehmen, in dem sie geeignete Bewerber den Arbeitgebern präsentieren. Betriebsinhaber sollten aber auch von sich aus den Kontakt zu den Fachleuten des Arbeitsamtes suchen, um sich über die vielfältigen finanziellen Förderungsmodelle unterrichten zu lassen. Als unterstützende Informationsquelle für alle Interessierten steht eine Info-Hotline unter 0800/ 1515152 zur Verfügung. Für Schwerbehinderte mit besonders gravierenden Vermittlungshemmnissen wird in Kürze ein Integrationsfachdienst zur Verfügung stehen. Diese Einrichtung wird das Arbeitsamt bei der Eingliederung der Behinderten unterstützen sowie auch den Betrieben mit Information und Beratung zur Seite stehen. Im Arbeitsamt Uelzen ist Horst Kriegel als Koordinator des Aktionsprogrammes zuständiger Ansprechpartner (Tel. 0581/ 939-221). Interessierte können auch den zuständigen Arbeitsvermittler direkt anrufen (Wolfgang Kathmann, 0581/ 939-223).

Voigtländer im Gespräch mit den Senioren der ÖTV

Uelzen/ Lüchow-Dannenberg. Im Mittelpunkt der des jüngsten Treffens der Seniorinnen und Senioren der Gewerkschaft ÖTV aus den Landkreisen Uelzen und Lüchow-Dannenberg stand ein Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten Jacques Voigtländer (SPD). Er berichtete von seiner täglichen Arbeit im Landtag und im Wahlkreis. Über seine Arbeit im Landtagsausschuss schlug er auch einen Bogen zur Sicherheit in der Uelzener Justizvollzugsanstalt. An weiteren örtlichen Projekten, wie beispielsweise dem Hundertwasserbahnhof stellte er seine Bemühungen dar. Auf Kritik stieß bei einigen ÖTV-Senioren die Bezahlung und Altersabsicherung der Abgeordneten im Bundestag und Landtag. Was zu einer regen Diskussion führte, in der Voigtländer am eigenen Beispiel und unter Verweis auf Regelungen in der Privatwirtschaft die Absicherung der Abgeordneten relativieren konnte. Vom ÖTV-Regionalbüro Uelzen berichtete Helmut Seger vom ÖTV-Gewerkschaftstag in Berlin und vom aktuellen Stand der Vorbereitungen für die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, in der sich im März die Gewerkschaften DAG, DPG, HBV, IG Medien und die ÖTV zusammen schließen wollen.

"Hier kennt einer den anderen..."
Dieter Helmke ist seit 25 Jahren Pächter der Sauna im Badue

Uelzen (bk). Ja, die Arbeit mache ihm immer noch sehr großen Spaß, sagt Dieter Helmke, wenn da nicht die Gesundheitsreform wäre. Bis zu 80 Prozent Einbußen weist der Etat auf, immer weniger Menschen kommen auf Rezept zu dem Masseur in der Sauna im Badue. Das ist ein Schicksal, das er mit vielen Kollegen teilt, das aber dadurch nicht erfreulicher wird. Seit dem 25. November 1975, als das Hallenbad freigegeben wurde, ist Dieter Helmke als Pächter der Sauna bei vielen Patienten und Freunden dieser ,,heißen" Art der Entspannung bekannt. Und man merkt auch als Außenstehender den familiären, netten Umgangston. Das ist kein Dienstleistungsbetrieb, sondern hier hört man auch noch auf ein persönliches Wort! Der gelernte Müller Helmke wurde im Jahr 1966 als Zeitsoldat aus der Bundeswehr entlassen. Dort hatte er im Sanitätsdienst gearbeitet und sich umorientiert. Denn er begann danach eine Ausbildung an der Masseurschule Aachen. Nach dem Praktikum wurde er in Uelzen angestellt in der damaligen Sauna- und Massagepraxis an der Hoefftstraße. Nach kurzen beruflichen Ausflügen ins Kurmittelhaus Hitzacker, das er mit aufzubauen half, und in ein westfälisches Kurbad, zog es ihn wieder nach Hause. Unter neun Mitbewerbern erhielt er vor 25 Jahren die Pacht der Räume im Badue. Dieter Helmke arbeitet für alle Kassen. Er massiert, auch unter Wasser, er ist ausgebildet in der Chirogymnastik und der Fußreflexzonenmassage. Natürlich wird der 60-Jährige nicht die Flinte ins Korn werfen, auch wenn ihm die unsäglichen Gesetze einer Zweiklassen-Gesundheitsreform das Leben schwer machen. Denn der Umgang mit seinen Patienten und Freunden, denen er für die erwiesene Treue in den letzten 25 Jahren sehr danken möchte, würde ihm ganz bestimmt auch sehr fehlen!

Advent im Hof Suderburg

Ein voller Erfolg war die Hobby-Künstler & Bastler-Ausstellung im Hotel Hof Suderburg; zahlreiche Besucher bestaunten die Werke der Hobbykünstler am 25.11. Foto:bk

 

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